Freitag, 12. September 2003

Fiat-Protest in Mailand: Arbeitnehmer blockierten Autobahn

  • Aktion der Belegschaft von Arese verursachte großen Stau
  • Nach 9 Monaten: Siziliens Fiat-Werk produziert wieder

Rund 500 Arbeitnehmer des italienischen Autobauers Fiat haben am Freitag eine Stunde lang die Autobahn blockiert, die Mailand mit der Schweiz verbindet. Die Belegschaft der Produktionswerke von Arese bei Mailand protestierte gegen die Entscheidung des Konzerns, die Kündigung von 1.023 Arbeitnehmern trotz eines Richterentscheids nicht zu widerrufen. Der Protest verursachte einen großen Stau.

Ende Juli hatte ein Gericht in der lombardischen Industriemetropole beschlossen, dass Fiat die Produktionswerke von Arese bei Mailand wieder öffnen und jene 1.023 Arbeitnehmer, die ihren Job verloren hatten, wieder einstellen sollte. Dies wurde am Ende eines Verfahrens beschlossen, das nach einer Klage des Gewerkschaftsverbands Fiom eingeleitet worden war. Laut Fiom war die Schließung der Produktionswerke Arese "illegal", weil sie die Interessen von 1.000 Familien schwer verletzt habe.

Das Mailänder Gericht hatte entschieden, dass Fiat die Produktion der Automodelle, die vor der Schließung im Dezember 2002 hergestellt wurden, wieder aufzunehmen habe. Fiat entgegnete, dies sei unmöglich, da man die Fabrikanlage, in der das Modell Multipla hergestellt wurde, schon abgebaut hätte. Der Multipla wird jetzt in Turin produziert.

"Zwei Wochen vor dem Urteil ist das ganze Fabrikwerk mit Traktoren zerstört worden, damit die Arbeitnehmer nicht mehr zur Arbeit zurück kehren können. So handelt man nicht einmal in Südamerika", klagte der Gewerkschafter Maurizio Zipponi. Der Rechtsanwalt von Fiat, Giacinto Favalli, hatte Einspruch gegen das Urteil des Mailänder Gerichts erhoben. (APA)

12.9.2003 16:23