Europpass: Firmen sind kaum auf Lkw-Maut vorbereitet
- Erst 8,5% der Betreiber haben bisher "Go-Box" geordert
- EU-Kommission: Entwurf für neue Maut-Richtlinie
·EU-Kommission
Entwurf für neue Maut-Richtlinie
·Info-Grafik
Lkw-Maut in Europa
Bei Europpass, dem Betreiber der ab 1. Jänner 2004 geltenden Lkw- und Busmaut auf Autobahnen und Schnellstraßen, schrillen die Alarmglocken. Die für die Mautabbuchung erforderlichen "Go-Boxen" sind nämlich vvon Frächtern und anderen Lkw-Besitzern bisher kaum geordert worden, so Europpass-Geschäftsführer Peter Newole.
Insgesamt hätten bisher nur 8,5 Prozent (Wien: 3,7 Prozent, Vorarlberg: 15,7 Prozent) der heimischen und 4,7 Prozent der internationalen Lkw-Betreiber die "Go-Box" geordert - berechnet auf den einzelnen Lkw, nicht auf die Unternehmen.
Sollte nicht rasch ein Ansturm auf die Boxen erfolgen, dann drohen zahlreichen Lkw-Besitzern lange Wartezeiten und eine nicht fristgerechte Auslieferung bis zum 1. Jänner des kommenden Jahres, so Newole vor Journalisten.
Das gesamte Prozedere von der Erfassung der betroffenen Lkw und Busse durch deren Besitzer - betroffen sind Fahrzeuge über 3,5 Tonnen höchst zulässiges Gesamtgewicht sofern sie auf mautpflichtigen Straßen fahren - über die Einrichtung eines Bankkontos bis zum Erhalt der Box dauert laut Newole rund sechs Wochen.
Weniger besorgt ist hingegen der Geschäftsführer des Fachverbandes Güterbeförderung, Rudolf-Christian Bauer. "Die Fuhrwerker sind sehr flexibel und gewohnt, sich schnell auf neue Anforderungen einzustellen. Mehr Sorgen macht mir da der Werkverkehr", so Bauer. Newoles Replik: "Das betrifft den Großteil der heimischen Lkw."
Nicht eilig haben es hingegen Lkw-Besitzer, die nur sehr selten mautpflichtige Straßen benutzen und für die eher eine sogenannte "Prepaid-Lösung" empfehlenswert sei. Wie bei Handy-Wertkarten wird nur ein bestimmtes Kilometer-Kontingent geladen und dieses dann verbraucht.
Bauer übte sich auch in Selbstkritik und bemerkte, dass die ursprüngliche Favorisierung des Satelliten-Mautsystems durch den Fachverband, wie es in Deutschland - mit erheblichen Problemen - kurz vor der Einführung steht, ein Fehler war. Insgesamt werde die Errichtung des Mautsystems "fast 250 Mio. Euro kosten", rechnete Newole vor. (APA/Red.)
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