Freitag, 12. September 2003

FORMAT: Tel.me. - die Handy-Macher aus Österreich

  • Der einzige heimische Hersteller ist auf Expansionskurs
  • DURCHKLICKEN: Alle neuen Handys für die Herbstsaison

Das noble Palais Schönborn in der Wiener Renngasse ist der Firmensitz von Österreichs einzigem Handy-Hersteller - namens Tel.me. Dass Firmenchef Manfred Jahn (Bild) inmitten von Brokatsamt, Gold und Kristalllustern sitzt, hat ganz praktische Gründe: Das Haus gehört der Familie Schönborn, die auch das gleichnamige Schloss in Niederösterreich besitzt, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft Jahn aufgewachsen ist und zu dem er gute Kontakte hat.

So pragmatisch, wie Jahn den Firmenstandort wählte, legte er auch seine Karriere an. Dass sich ein 36-jähriger Österreicher mit 18 Mitarbeitern in einen Weltmarkt traut, der von Kalibern wie Nokia, Motorola oder Samsung bearbeitet wird, ist die logische Konsequenz einer langfristigen Strategie: "Ich wollte bis 30 alle Stationen in einem Unternehmen durchlaufen haben, bis hin zum Chefsessel." In über zehn Jahren bei Ericsson brachte es Jahn bis zum Geschäftsleiter für Mobiltelefone, den nächsten Schritt in die Geschäftsführung nahm er dann bei SchrackBusiness Com, wo ihm aber bald langweilig wurde: "Der Markt für Telefonanlagen war damals nicht spannend, und Systemerhaltung war noch nie meine Sache."

Der nächste Schritt für Manfred Jahn führte in die Selbständigkeit. Nach einjähriger Aufbauphase ging Jahn 2000 mit Tel.me. Telecom & Media Products GmbH in den Markt.

Das erste Handy, das T909, kam rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft 2000 in den Handel und war mit 2.000 Schilling damals das günstigste Einsteigergerät ohne Betreibervertrag. Jahn: "Mit billigen Geräten wollten wir auf uns aufmerksam machen, doch die langfristige Strategie war immer, hochwertige Multimedia-Handys mit Büro-Software zu produzieren."

Produziert wurden die Tel.me.-Handys anfangs in Taiwan, dann in Tallinn. Nach Lieferverzögerungen der estnischen Firma hat sich Jahn nun für eine rein österreichische Variante entschlossen. Ab sofort wird gemeinsam mit AT&S und Kapsch gearbeitet. "Die Geräte kosten zwar zwei Euro mehr, dafür werden sie schneller und in bester Qualität produziert", so Jahn.

80 Prozent der Handys werden exportiert - nach China, Australien, England, Dubai, Nigeria, Deutschland und Indien. Partner in Österreich sind Mobilkom und One.

Die komplette Story lesen Sie im aktuellen FORMAT.

12.9.2003 10:28