Donnerstag, 11. September 2003

Ohne Konjunkturspritzen hätte BIP 2003 stagniert

  • Aiginger: "Ohne diese Maßnahmen hätte es 2003 ein Nullwachstum gegeben"

Die Regierung bereitet mit den Sozialpartnern gerade ein "Konjunkturpaket III" vor. Im Vorfeld hat nun das Wirtschaftsforschungsinstitut errechnet, was die beiden vorangegangenen Konjunkturpakete gebracht haben. Wären die staatlichen Konjunkturspritzen aus 2001/02, die vor allem die Baukonjunktur angekurbelt haben, ausgeblieben, stünde auch Österreich heuer am Rande der Rezession.

"Ohne diese Maßnahmen hätte es 2003 ein Nullwachstum gegeben", resümierte Wifo-Experte Aiginger am Donnerstag gemeinsam mit Finanzminister Grasser und Infrastrukturminister Gorbach. Die beiden letzten Konjunkturpakete hätten "stabilisierend" gewirkt, vor allem für die Bauwirtschaft. Quantitativ bezifferte Aiginger deren Effekt für das laufende Jahr 2003 auf 0,5 bis 0,75 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die höhere Bandbreite entspricht damit genau dem gesamten BIP-Wachstum von geschätzten 0,7 Prozent, die das Wifo in seiner Juni-Prognose für Österreich erwartet hat.

In gut zwei Wochen steht die Herbstprognose an. "Die heurige Prognose ist mittlerweile nach unten besser abgesichert", sagte Aiginger heute. Zwar hätten sich die harten Fakten noch nicht verbessert, wohl aber die Erwartungen. Ob das Wifo die September- Prognose nach oben revidieren werde, dazu machte Aiginger keine Angaben.

Zur Nachhaltigkeit der beiden letzten Konjunkturpakete schränkte Wifo-Experte Aiginger ein, dass ein Teil wohl im kommenden Jahr 2004 wieder wegfallen dürfte, da es sich bei vielen Investitionen um reine Vorzieheffekte gehandelt habe. Die Vorzieheffekte bezifferte er für heuer mit 0,25 Prozentpunkten vom BIP. (apa)

11.9.2003 12:59