Argentinien setzt Schuldentilgung gegenüber IWF aus
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WTO-Einigung gut für reich & arm
Knapp zwei Jahre nach der Erklärung des Staatsbankrotts hat Argentinien auch seine Schuldentilgung gegenüber dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ausgesetzt. Die Rückzahlung der fälligen drei Milliarden Dollar (2,69 Mrd. Euro) würde ein Viertel der staatlichen Devisenreserven aufzehren, begründete die Regierung die Missachtung der Frist.
In Verhandlungen über ein langfristiges Umschuldungsabkommen mit dem IWF hatte Argentinien keine Einigung erzielt. Die Gespräche würden aber fortgesetzt mit dem Ziel, die "Beziehungen zu den ausländischen Gläubigern zu normalisieren", versicherte die Regierung.
Seit der Einstellung des Schuldendienstes gegenüber privaten Gläubigern im Dezember 2001 gerät das südamerikanische Land damit erstmals auch gegenüber dem IWF in Zahlungsverzug. Die Verzögerung war erwartet worden, nachdem die Verhandlungen zwischen dem Währungsfonds und Buenos Aires ins Stocken geraten waren.
Rückhalt durch USA
Dabei kann Argentinien auf den Rückhalt der USA bauen, die den IWF angesichts der Reformbemühungen in Buenos Aires zuletzt zu "vernünftiger Flexibilität" gedrängt hatten. Strittige Punkte sind der erforderliche Haushaltsüberschuss, die Entschädigung für Banken nach der Abwertung des Peso und die Entwicklung der öffentlichen Tarife.
Mit dem Zahlungsverzug wolle Argentinien Druck im Ringen um ein langfristiges Umschuldungsabkommen machen, sagte der frühere IWF-Chefökonom Michael Mussa in Washington. Der Schuldendienst solle damit auf ein Minimum begrenzt werden. Schätzungen der Weltbank zufolge sollen die Auslandsschulden in diesem Jahr auf mehr als 175 Mrd. Dollar steigen. (apa/red)
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