Freitag, 12. September 2003

Alles Gute zum Geburtstag: "EM-Vater" Beppo Mauhart wird heute 70

  • ÖFB-Präsident mit der längsten Amtszeit
  • Abendessen mit einigen ÖFB-Vertretern im Oktober geplant

Er hat wesentlichen Anteil daran, dass die EM 2008 an Österreich und die Schweiz vergeben wurde. Nun wird Beppo Mauhart heute in kleinem privaten Rahmen einen runden Geburtstag feiern. Der ÖFB-Präsident mit der längsten Amtszeit wird 70! Vom 30. Juni 1984 bis 7. April 2002 leitete Mauhart den Verband. Am Ende seiner Ära wurde er einhellig zum Ehrenpräsidenten ernannt. Im Oktober ist mit einigen ÖFB-Vertretern ein Abendessen geplant.

Mauhart, der sich inzwischen weitgehend ins Privatleben zurückgezogen hat, bezeichnet die erfolgreiche EM-Bewerbung 2008, zwei WM-Teilnahmen und den Aufbau des ÖFB zu einem modernen Verband ("Als ich ihn übernommen habe, war er am Rande der Pleite") als größte Erfolge seiner Ära. Eine besondere Genugtuung bereiten ihm auch die aktuellen Erfolge der U 17- und U-19-Teams (heuer jeweils EM-Bronze), wurde doch von ihm die heimische Nachwuchsarbeit forciert.

Die Zweifler verstummten
Als der am 14. September 1933 in Enns geborene Mauhart 1984 den Präsidenten-Job antrat, gab es manch skeptische Stimme. Doch der einstige ATW-General brachte diese Zweifler bald zum Verstummen. Erst gegen Ende seiner Ära gab es massiven "Gegenwind". Als sich 2002 im Wahlausschuss nicht die nötige Zweidrittel-Mehrheit abgezeichnet hatte, verzichtete der eloquente Genussraucher schweren Herzens ("Ich hätte noch gerne eine siebente Amtsperiode angehängt und die 100 Jahr-Feier des ÖFB im Jahr 2004 ausgerichtet") auf eine neuerliche Kandidatur und ebnete damit den Weg für Friedrich Stickler, der seit dem Vorjahr dem ÖFB vorsteht. "Im Rückblick war es aber die richtige Entscheidung", sagt Mauhart heute.

ÖFB radikal modernisiert
Eine fast radikale Modernisierung des ÖFB mit der Übersiedlung ins Prater-Stadion stand am Beginn seiner Ära, in der Pressesprecher Alfred Ludwig zum Generalsekretär avancierte. Rückkehr zur Zehnerliga, Bundesliga als eigener Verband, Umbau des Prater-Stadions, Gründung des Klubs der Freunde der Nationalmannschaft, Verbesserung der Trainerausbildung waren weitere Eckpunkte seiner Arbeit. Dazu kommen die Einführung der Toto-Länderspiele, Liberalisierungen der Übertrittsbestimmungen für Nachwuchsspieler, bessere Vermarktung des ÖFB und vieles mehr.

Stickler durfte Lorbeeren ernten
Die EM-Kandidatur mit Ungarn (für 2004) brachte (noch) nicht den erhofften Erfolg, dafür klappte es dann mit der Schweiz (2008). "Da habe ich viel Zeit und Energie investiert", sagt der frühere ÖFB-Präsident. Die Zuerkennung erfolgte zwar erst am 12. Dezember 2002 und somit nach dem Ende seiner Amtszeit, doch der Hartnäckigkeit Mauharts ist es auch zu verdanken, dass Stickler den Lorbeer ernten durfte.

Acht Teamchefs in Mauharts Ära
Auch sportlich durfte Mauhart, in dessen Ära mit Branko Elsner, Josef Hickersberger, Alfred Riedl, Didi Constantini, Ernst Happel, Herbert Prohaska, Otto Baric und Hans Krankl acht Teamchefs das Nationalteam leiteten, auf eine erfolgreiche Epoche mit zwei Qualifikationen für WM-Endrunden (1990 Italien und 1998 Frankreich) zurückblicken.

(apa/red)

12.9.2003 13:52