Trio träumt vor packendem Finale vom WM-Titel
- Niki Lauda: "Wetter kann WM entscheiden"
- PLUS UMFRAGE: Dreikampf - wer holt den F1-WM-Titel 2003?
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Ein Trio träumt vom Titel. Im packendsten Finale der Grand-Prix-Geschichte glauben alle drei WM-Kandidaten fest an ihre Chance. Michael Schumacher ist "sehr optimistisch", Juan Pablo Montoya möchte "einen guten Job machen, dann klappt es", und Kimi Räikkönens großes Ziel lautet: "Ich will der jüngste Formel-1-Weltmeister werden." Fahrerkollegen und Alt-Meister tun sich mit einem Tipp dagegen schwer. Für Heinz-Harald Frentzen ist die Entscheidung "eine reine Lotterie". Laut Niki Lauda kann "das Wetter die WM entscheiden".
Noch nie lag in 54 Jahren Formel 1 drei Rennen vor Saisonschluss ein Fahrer-Trio so dicht beisammen: 72:71:70 steht der Dreikampf Schumacher-Montoya-Räikkönen vor dem Richtung weisenden Großen Preis von Italien am Sonntag (14.00 Uhr) in Monza. Annähernd so eng ging es letztmals 1968 zu: Graham Hill (30) führte jedoch immerhin mit 3 und 4 Punkten vor Jacky Ickx (27) und Jackie Stewart (26). Der Brite holte sich schließlich mit zwölf Zählern Vorsprung vor seinem Landsmann Stewart den Titel.
Schumi ist voll Zuversicht
Schumacher setzt ebenfalls darauf, seine Spitzenposition verteidigen zu können. Seine Zuversicht vor dem Ferrari-Heimrennen basiert auf einem wieder konkurrenzfähigen Paket, der eigenen Stärke und Erfahrung. Zudem war Monza schon das Schlüsselrennen bei seinem ersten WM-Triumph mit den Roten vor drei Jahren. "Die jetzige Situation erinnert mich an 2000", sagte der Kerpener. "Aber damals war es schlimmer: Da lag ich vor Monza hinten und habe dann noch die WM gewonnen. Ich hoffe, dass dies wieder der Fall sein wird."
Montoya macht auf supercool
Montoya und Räikkönen können indes Schumacher einen Strich durch die Rechnung machen. Der sonst so hitzige kolumbianische Williams-BMW-Widersacher spielt bei diesem heißen WM-Krimi bewusst den Supercoolen. "Ich bin nicht auf die Meisterschaft fixiert", mimte Montoya den kühlen Rechner. "Ich will in erster Linie viele Punkte holen und vor Michael und Kimi ins Ziel kommen." Dann ergebe sich der Rest von selbst.
Raikkönen will WM-Führung zurück
Raikkönen, der bis zum Großen Preis von Kanada (15. Juni) die Nummer 1 war, will sich die WM-Führung zurückerobern. "Mein Ziel ist der Titelgewinn", betonte der finnische McLaren-Mercedes-Pilot. "Wenn wir es nicht schaffen, bin ich enttäuscht, da wir so nahe dran sind." Mit 23 ist der Finne der weitaus jüngste und unerfahrendste Fahrer aus dem Trio. Zudem kennt er nicht nicht diesen speziellen Druck, um einen bedeutenden Titel zu kämpfen.
Schumi nicht im Vorteil?
Schumacher sieht für sich jedoch keinen großen Vorteil darin, sich seit zehn Jahren abwechselnd mit Damon Hill, Jacques Villeneuve, Mika Häkkinen und jetzt eben Montoya und Räikkönen harte Titelkämpfe geliefert zu haben. "Die Jungs sind gut genug, ihren Job zu machen. Sonst würden sie nicht da stehen, wo sie sind", sagte er.
Ralf glaubt an Montoya
So will, abgesehen von Manager Willi Weber und natürlich dem Ferrari-Lager, auch keiner sein Haus auf Schumachers sechsten WM-Erfolg verwetten. "Das ist eine schwierige Frage, die ich nicht beantworten möchte", mauerte sein Bruder Ralf. "Die längste Zeit hab ich auf Michael getippt; derzeit favorisiere ich eher Montoya wegen der Williams-BMW-Stärke in den letzten Rennen", meinte Nick Heidfeld. Sein Teamchef Peter Sauber drückt wegen seiner Verbundenheit zu Ferrari Schumacher die Daumen, bezeichnete aber Williams-BMW als "brandgefährlich, und Kimi abzuschreiben wäre sicher falsch".
Entscheidet der Wettergott?
Vielleicht tritt ja auch Laudas Prognose gegenüber RTL ein. "Wenn es im richtigen Moment ein oder zwei Regenrennen gibt, hat es Michael einfacher, ist er auch der Favorit", sagte der dreifache Champion. "Wenn es die nächsten drei Rennen trocken bleibt, hat Montoya die besten Karten."
(apa/red)
