Montag, 8. September 2003

Formel 1: Berger muss schon vor Abschied Comeback-Pläne dementieren

  • Tiroler wird mit VW in Verbindung gebracht
  • PLUS UMFRAGE: Dreikampf - wer holt den F1-WM-Titel 2003?

Gerhard Berger hat sich noch nicht einmal richtig aus der Formel-1 verabschiedet und schon tauchen Gerüchte rund um ein mögliches "Comeback" des sympathischen Tirolers auf. Der 44-Jährige, der an diesem Wochenende in Monza als BMW-Motorsportdirektor Abschied nimmt, wird mit einer Aufgabe bei VW in Verbindung gebracht. "Momentan steht weder eine VW-Aufgabe noch irgendeine andere zur Diskussion. Alles, worüber ich im Moment diskutiere, ist mit meiner Frau, wohin wir in Urlaub fahren", dementierte der Österreicher.

Berger lässt sich aber ein Hintertürchen offen: "Es gibt keine Comeback-Pläne, aber ich möchte es nicht ausschließen." Wie 1997, beim Karriere-Ende als Rennfahrer, habe ihm sein Körper ein Zeichen zum Aufhören gegeben. "Allein die Tatsache, dass bei mir seitdem nie Gedanken aufkamen, ich hätte doch noch ein Jahr anhängen sollen, war ein Zeichen, dass das Signal das Richtige war. Ich habe auch bei der jetzigen Entscheidung auf die innere Stimme gehört."

Der Sieger von zehn F1-Rennen freut sich darauf, "den Wecker ausschalten zu können", mehr Zeit mit seiner Frau Ana sowie den Töchtern Christina, Sara und Heidi zu verbringen. Oder auch darauf, "Einladungen von Freunden annehmen zu können". Wie lange die Auszeit dauern wird, weiß er nicht. Aber er hofft, dass danach "die richtige Aufgabe zur Verfügung steht".

Ralf Schumacher kommentierte den Abschied seines bisherigen Vorgesetzten launig. "Das ist ja fast tragisch: Erst hat man Jahre lang keine Ausreden, weil der Herr Direktor Ex-Fahrer ist und so etwas durchschaut. Und dann hat man endlich Titelchancen, da steigt er aus." Mit Blick auf andere Ex-Piloten, die als Teamverantwortliche scheiterten, wollte Berger es Kritikern zeigen, die ihm die Aufgabe nicht zutrauten. "Weil ich in meiner Rennfahrer-Karriere als derjenige bekannt war, der eben doch manches nicht so ernst genommen hat, haben viele gesagt, der wird sich eh nicht genug reinhängen. Daher war für mich klar, dass ich das Gegenteil beweisen wollte. Dass dadurch der Schmäh ein bisschen gelitten hat, ist auch klar."

Im Nachhinein betrachtet, spricht er von einem "perfekten Leben", auch wenn er als Fahrer nie Weltmeister wurde. Ein Titel für BMW in dieser Saison wäre für ihn aber offenbar genauso viel wert. Sollte das Team die Konstrukteurs-WM gewinnen, wäre es für Berger "der perfekte Abschluss, in dem Fall der Punkt auf dem i". Und ein Fahrer-Titel durch Michael Schumachers Verfolger Juan Pablo Montoya? "Das würde die Sache ganz rund machen."

(apa/red)

8.9.2003 13:10
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