Samstag, 13. September 2003

Nach Besuch in Slowakei: Papst nach Rom zurückgekehrt

  • Ablschlussmesse in Pressburg vor 200.000 Gläubigen
  • PLUS: Bilder vom Slowakei-Besuch & Biographie

Papst Johannes Paul II. hat seinen viertägigen Besuch in der Slowakei am Sonntag beendet und ist nach Rom zurückgeflogen. Zum Abschluss seiner Reise hatte er in der Hauptstadt Preßburg (Bratislava) zwei Verfolgte des Kommunismus selig gesprochen. Bei einer Messe war er erneut so schwach, dass er nur kurze Passagen seiner Predigt selbst vorlesen konnte und den Rest einem Kardinal überlassen musste.

Im Verlauf des Gottesdienstes wurde der slowakische Bischof Vasil Hopko und die Nonne Zdenka Cecilia Schelingova selig gesprochen. Beide waren zur Zeit der kommunistischen Herrschaft in der Tschechoslowakei inhaftiert gewesen. Nach vier Tagen in der Slowakei wollte der Papst am Abend in den Vatikan zurückkehren.

3. Tag der Reise
Am dritten Tag seines Besuchs in der Slowakei hat sich Papst Johannes Paul II. vor zehntausend Gläubigen an die ungarische Minderheit im Osten des Landes gewandt. In einer Messe unter freiem Himmel in Roznava begrüßte er die Teilnehmer zur Begeisterung der anwesenden Ungarn mit einigen Worten auf Ungarisch. Das kranke Kirchenoberhaupt war sichtlich erschöpft nach der zweistündigen Anreise mit Flugzeug und Auto aus der 400 Kilometer entfernten Hauptstadt Preßburg. Roznava (ungarisch: Rozsnyo) ist eine Hochburg der Ungarn, die in der Slowakei etwa zehn Prozent der Bevölkerung ausmachen. An der Messe nahmen auch zahlreiche Gläubige aus der polnischen Heimat des Papstes teil.

Während der Messe überreichten zwei dreijährige Schwestern, die als siamesische Zwillinge geboren und im Alter von zwei Monaten erfolgreich getrennt worden waren, dem Papst einige Puppen in der regionalen Tracht. Die katholische Kirche in der Slowakei wollte die Geste als Signal gegen die Abtreibung verstanden wissen. "Die beiden siamesischen Schwestern sollen zeigen, dass ihre Mutter zwei hübsche, gesunde Kinder getötet hätte, wenn sie abgetrieben hätte", sagte der Bischof von Roznova, Eduard Kojnok.

Die Mutter der Mädchen zeigte sich überrascht: "Katholische Priester hatten mir gesagt, sie wollten unsere Töchter dem Papst zeigen. Von Abtreibung haben sie nicht geredet", sagte Melita Tothova der Nachrichtenagentur AFP. Nach einer Messe in Bratislava wollte der Papst am Sonntag in den Vatikan zurückkehren.

Mitarbeiter befürchten: Dies ist Johannes Pauls letzte Reise
Der Papst war nach seiner Anreise am Donnerstag so geschwächt gewesen, dass Mitarbeiter des Vatikans bereits befürchteten, seine 102. Auslandsreise könnte auch seine letzte sein. Er konnte selbst kurze Reden nicht mehr zu Ende halten. Der Papst leidet an der Parkinson-Krankheit und kann kaum noch deutlich sprechen. Johannes Paul II. hält sich insgesamt vier Tage in dem ehemaligen kommunistischen Land auf, das er bereits zum dritten Mal besucht. (APA/red)

13.9.2003 20:55