Freitag, 12. September 2003

UNO: Norweger Egeland neuer Irak-Sonderbeauftragter

  • Nachfolger des bei Anschlag getöteten Brasilianers De Mello

Der Norweger Jan Egeland wird neuer Sonderbeauftragter der Vereinten Nationen für die humanitäre Hilfe im Irak. UN-Generalsekretär Kofi Annan stellte Egeland am Freitag in Genf vor. Der Norweger tritt die Nachfolge des am 19. August bei einem Anschlag auf das UN-Hauptquartier in Bagdad ums Leben gekommenen Brasilianers Sergio Vieira de Mello an.

Egeland war erst am 6. Juni zum Stellvertreter des Generalsekretärs für humanitäre Angelegenheiten ernannt worden. Egeland kann auf 25-jährige Erfahrungen bei der humanitären Hilfe, der Durchsetzung von Menschenrechten sowie bei Friedensmissionen zurückblicken. Er war dabei für die Vereinten Nationen, die norwegische Regierung, das Internationale Komitee vom Roten Kreuz sowie nicht-staatlichen Organisationen aktiv. Von 1990 bis 1997 war er Staatssekretär im norwegischen Außenministerium. Von 1999 bis zum Jahr 2002 beriet Egeland UN-Generalsekretär Annan in Angelegenheiten Kolumbiens. Derzeit ist Egeland noch Generalsekretär des Roten Kreuzes in Norwegen.

Egeland hatte seine Visitenkarte zuvor auch im Nahost- Friedensprozess abgegeben. 1992 war er maßgeblich mit daran beteiligt, einen diplomatischen Kanal Norwegens zu Israel und der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) herzustellen. Diese Gespräche mündeten in das Oslo-Abkommen vom September 1993. Auch im Bürgerkrieg von Guatemala war Egeland als Vermittler bei den Verhandlungen über einen Waffenstillstandsabkommen beteiligt.

(apa)

12.9.2003 18:46