Terror-Alarm in München: Neonazis wollten Synagoge sprengen!
- 14 Kilo Sprengstoff gefunden, es fehlte nur noch der Zünder!
- Anschlag auf Präsident Rau geplant?
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In München war ein Bomben-Attentetat geplant! Neonazis wollten eine Synagoge in die Luft sprengen. Das hat der bayerische Innenminister Günther Beckstein bestätigt. Ziel: die Baustelle der neuen Münchner Hauptsynagoge. 14 Kilogramm Sprengstoff wurden gefunden, es fehlte nur noch der Zünder! Möglicherweise war auch ein Anschlag auf Bundespräsident Rau geplant...
In der ZDF-Sendung "heute Nacht" sagte der CSU-Politiker Innenminister Günther Beckstein am späten Donnerstababend, diese Erkenntnis habe sich unter anderem aus der Menge an Sprengstoff und Waffen ergeben, die man bei den tatverdächtigen Mitgliedern der rechtsextremen Gruppierung "Kameradschaft Süd" gefunden habe.
Offen und Gegenstand der Ermittlungen ist laut Beckstein die Frage, ob der geplante Anschlag nur der Baustelle oder der Grundsteinlegung gelten sollte, zu der am 9. November auch Bundespräsident Johannes Rau erwartet wurde. Als weitere Gäste sind dazu unter anderem der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber und der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude geladen. Ob es nun bei dem geplanten Termin 9. November bleibt, ist nach Angaben einer Sprecherin der Jüdischen Kultusgemeinde München derzeit ungewiss.
Unterdessen hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen gegen die Münchner Neonazi-Gruppe übernommen. Details wollte die Sprecherin der obersten deutschen Anklagebehörde, Frauke-Katrin Scheuten, am Donnerstagabend nicht nennen. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete unter Berufung auf Ermittlerkreise, es sei unklar, ob die Rechtsextremisten Menschen in Mitleidenschaft ziehen wollten. Die Münchner Polizei hatte bei einer Razzia insgesamt fast 14 Kilogramm Sprengstoff gefunden. Für eine Explosion hätte die Sprengmasse nur noch mit einem Zünder versehen werden müssen.
Auf die Spur der Gruppe kamen die Ermittler nach einer brutalen Schlägerei in Unterschleißheim bei München. Zwei Neonazis hatten dort einen 23-Jährigen zu töten versucht, weil er sich von der Neonazi-Szene lossagen wollte. Bei den anschließenden Durchsuchungen entdeckte die Polizei den Sprengstoff und die Waffen.
Die festgenommenen Neonazis gruppieren sich nach Polizeiangaben um den zuletzt in München lebenden Martin Wiese. Gegen den 27-jährigen Führer der rechtsextremen "Kameradschaft Süd" und drei weitere Männer aus München wurde wegen Verdachts der Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens Haftbefehl erlassen. In Wieses Wohnung stellte die Polizei zwei Pistolen, Sturmhauben und Propagandamaterial sicher. Der aus Mecklenburg-Vorpommern stammende Neonazi habe möglicherweise noch einen Sprengstoffexperten gesucht, hieß es in Ermittlerkreisen.
Beckstein sprach von einer "neuen Dimension im rechtsextremistischen Bereich". Ausdrücklich hob der bayerische Innenminister hervor, dass der Ermittlungserfolg nur habe erzielt werden können, weil elektronische Mittel eingesetzt worden seien. Es bedürfe noch schärferer Regelungen, um die Menschen in Deutschland vor Anschlägen zu schützen, sagte Beckstein laut ZDF.
Die Präsidentin der Kultusgemeinde, Charlotte Knobloch, sagte: "Diese Wahnsinnstat von Ewiggestrigen wird uns nicht davon abhalten, die Synagoge und das neue Gemeindezentrum am Jakobsplatz als Begegnungsstätte für alle zu errichten." Dieses Ereignis zeige deutlich, dass der Kampf gegen den Terrorismus in unverminderter Härte fortgesetzt werden müsse. (APA/red)
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