Donnerstag, 11. September 2003

Gedenken in Chile: Vor 30 Jahren Putsch gegen Allende

  • Pinochet übernahm mittel Staatsstreich die Macht
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Am 30. Jahrestag des Putsches gegen den sozialistischen Präsidenten Salvador Allende hat Chile der Opfer des Umsturzes und der folgenden Diktatur gedacht. Staatschef Lagos weihte am Donnerstag zum Auftakt landesweiter Gedenkveranstaltungen eine wieder geöffnete Tür am Präsidentenpalastes La Moneda ein, durch die der Leichnam Allendes am 11. September 1973 aus dem Gebäude gebracht worden war.

Ex-Diktator Augusto Pinochet wollte sich zeitgleich im Garten seiner Residenz La Dehesa in Santiago Fotografen stellen. Zuvor hatte er Anhänger und ehemalige Mitarbeiter der Diktatur empfangen. Ein öffentlicher Auftritt von Pinochet war nicht vorgesehen.

Landesweit waren etwa 27.000 Polizisten im Einsatz, um befürchtete Ausschreitungen zu verhindern. Auf verschiedenen Gedenkveranstaltungen wurde der Sturz des gewählten Präsidenten und die Menschenrechtsverletzungen durch die Militärs verurteilt.

Am Mittwochabend hatten Unbekannte mehrere Hochspannungsmasten gesprengt und Versorgungsengpässe ausgelöst. Am Jahrestag selbst wurden zunächst keine größeren Zwischenfälle bekannt.

In Paris wurde am Donnerstag ein Platz nach dem gestürzten Allende benannt. Der sozialistische Bürgermeister Bertrand Delanoe taufte den bisher nach der chilenischen Hauptstadt Santiago benannten Platz nahe der Botschaft des südamerikanischen Landes am Donnerstag in Salvador-Allende-Platz um. "Der 11. September 1973 wird für immer einer der dunkelsten Tage der jüngeren Geschichte bleiben", sagte Delanoe in Anwesenheit von Hunderten von Chilenen.

Insgesamt brachten die Militärs mehr als 3.000 Menschen um oder ließen sie für immer verschwinden. Die 17-jährige Schreckensherrschaft dauerte von 1973 bis 1990.

(apa)

11.9.2003 08:31