Mittwoch, 10. September 2003

Vor IAA-Eröffnung: Sprengstoff-Alarm bei Auto-Messe

  • Terror verhindert? Erst am 10.9. wurde Hamas-Aktivist verhaftet
  • Auch in Bayern Terror-Alarm: Neonazi-Gruppe aufgeflogen

Entwarnung in Frankfurt! Unmittelbar vor der Eröffnung der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) durch den deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder hat am Donnerstag ein Sprengstoffhund an einem Fahrkartenautomat angeschlagen. Der S-Bahnverkehr wurde sofort gesperrt. Es handelte sich jedoch um einen Fehlalarm.

Mittwoch: Zwei mal Terror-Alarm
Erst am Mittwoch gab es zwei mal Terror-Alarm in Deutschland: An nur einem Tag dürfte die Polizei in Frankfurt und Bayern schwere Sprengstoff-Attentate verhindert haben. Ein Hamas-Aktivist soll einen Selbstmord-Anschlag auf die Auto-Messe IAA geplant haben. Und eine rechtsextreme Gruppe soll das Münchner Oktoberfest ins Visier genommen haben.

Bei Razzien in München wurden 1,7 Kilogramm TNT sichergestellt. Insgesamt sechs Mitglieder der rechten Szene seien festgenommen worden. Mit der Sprengstoff-Menge sei ein Anschlag "mit sehr schweren Folgen" möglich gewesen. "Wann und wo so ein Anschlag geplant war, wissen wir derzeit nicht nicht", sagte Münchens Polizei-Vizepräsident Jens Viering. Die Polizei richtete eine Sonderkommission ein.

Mit den Festnahmen wurden schreckliche Erinnerungen wieder wach: Ein Rechtsradikaler hatte im September 1980 einen Bombenanschlag auf das Oktoberfest in München verübt. Bei der Explosion der selbstgebauten Bombe kamen auf der Theresienwiese 13 Menschen ums Leben. Unter den Toten war auch der Attentäter. 210 Menschen erlitten zum Teil schwere Verletzungen.

IAA als Ziel der Hamas?
Die Frankfurter Polizei hat nach einem Bericht des "Hamburger Abendblattes" möglicherweise einen Selbstmord-Anschlag auf die Internationale Automobilausstellung IAA verhindert. Die Behörden lehnten am Mittwoch dazu allerdings jeden Kommentar ab. Nach Angaben der Zeitung soll der Hauptverdächtige ein ranghoher Aktivist der palästinensischen Terrorgruppe Hamas sein. Die Polizei hatte am Dienstag nach einem Terror-Hinweis 13 Wohnungen in Frankfurt durchsucht. Nach Polizei-Angaben bestätigte sich der Verdacht nicht. (APA/red)

10.9.2003 15:13