"Vater der Wasserstoffbombe" Edward Teller 95-jährig gestorben
- Teller glaubte, seine Waffen würden die Welt vor dem Abgrund bewahren
Der "Vater der Wasserstoffbombe", Edward Teller, ist am Dienstag im Alter von 95 Jahren im kalifornischen Stanford gestorben. Teller erlag den Folgen eines Schlaganfalls, wie eine Sprecherin des Lawrence-Livermore-Laboratoriums, zu dessen Gründern Teller zählte, erklärte. Der Physiker zählte zu den Pionieren der Atomwissenschaft und arbeitete während des Zweiten Weltkriegs an der Atombombe mit.
Teller glaubte bis zuletzt, dass die von ihm mitentwickelten Waffen die Welt vor dem Sturz in den Abgrund bewahrten. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP sah er Anfang 2002 keinen Grund, sich für seine Rolle im Kalten Krieg zu entschuldigen.
Sein Zerwürfnis mit seinem früheren Chef Robert Oppenheimer brachte dem gebürtigen Ungarn viel Kritik ein. Zu diesem Thema äußerte er sich ambivalent. Oppenheimer war der Physiker, unter dessen wissenschaftlicher Leitung im Rahmen des amerikanischen Atomenergieprojekts ("Manhattan Project") die Atombombe entwickelt wurde.
Nach dem Krieg widersetzte sich Oppenheimer dem von Teller befürworteten Bau einer noch stärkeren Wasserstoffbombe. 1953 wurde daher wegen angeblicher kommunistischer Gesinnung ein Untersuchungsverfahren gegen ihn eingeleitet, in dem Teller gegen ihn aussagte. 1954 verlor Oppenheimer den Zugang zu allen Staatsgeheimnissen und wurde erst 1963 rehabilitiert. Teller galt seit seiner Aussage bei vielen seiner früheren Freunde als Abtrünniger. (apa)
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