Dienstag, 9. September 2003

Autobombe im Irak: Vier Tote und 41 Verletzte!

  • Attentat galt offenbar US-Militärstützpunkt in Erbil

Weiter kein Ende von Krieg und Terror im Irak: Bei einem mutmaßlichen Selbstmordanschlag auf eine von der US-Armee gemietete Villa in der nordirakischen Stadt Erbil sind nach Angaben der US-Armee vermutlich vier Menschen getötet worden, unter ihnen zwei Kinder. Er gehe davon aus, dass der Attentäter bei dem Anschlag zwei kleine Kinder und eine ältere Frau mit in den Tod rissen, sagte US-Armeesprecher James Bullion.

Am Ort des Anschlags lägen zahlreiche noch nicht identifizierte Leichenteile. Mindestens 41 Menschen seien verletzt worden, unter ihnen sechs Pentagon-Mitarbeiter. Es handelte sich nach US-Armee-Angaben um den ersten derartigen Vorfall in der Region seit dem Sturz der irakischen Führung. Der kurdische Norden Iraks galt bisher im Vergleich zu anderen Landesteilen als relativ sicher. Der Anschlag ereignete sich am späten Abend in einem Viertel Erbils, in dem die US-Streitkräfte mehrere Villen angemietet haben.

Der kurdische Sicherheitsoffizier Mohsen Jamil sagte, er sei "zu hundert Prozent sicher", dass es sich um einen Selbstmordanschlag handelte. In einem nahe gelegenen Garten habe er Leichenteile gefunden, die mit großer Wahrscheinlichkeit dem Attentäter zuzuordnen seien. Bei dem Toten handle es sich um den Fahrer des mit Sprengstoff präparierten Fahrzeugs. Unter den Verletzten waren nach Krankenhausangaben überwiegend Frauen und Kinder, rund ein Dutzend von ihnen befand sich in ernstem Zustand.

Erbil steht unter der Kontrolle der Demokratischen Partei Kurdistans (DPK) von Massud Barzani. Der Partei gehört auch der amtierende irakische Außenminister Hoshiar Zebari an. Am vergangenen Wochenende konnten kurdische Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben mehrere Sprengstoffanschläge in der Ölstadt Kirkuk sowie in Suleimania vereiteln. Ziel der Anschläge war demnach auch der Chef der Patriotischen Union Kurdistans (PUK), Jalal Talabani. (APA/red)

9.9.2003 22:00