Montag, 8. September 2003

Neuer Sars-Kranker in Singapurer infizierte sich in Labor

  • Weltweit starben 900 Menschen an SARS

Der neue Sars-Kranke in Singapur hat sich offenbar in einem staatlichen Labor angesteckt, in dem der Erreger des Schweren Akuten Atemwegsyndroms (SARS) zu Forschungszwecken gezüchtet wurde. "Es ist ein Einzelfall, der Virus wurde nicht von einer Person übertragen", sagte Gesundheitsstaatssekretär Balji Sadasivan. Folglich sei kein neuer Ausbruch zu befürchten.

Am Dienstag hatten die Behörden in Singapur bestätigt, dass ein 27 Jahre alter Labortechniker an Sars erkrankt sei - vier Monate nach dem erklärten Ende der Lungenepidemie in dem südostasiatischen Stadtstaat. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte indes mit, es seien weitere Untersuchungen nötig, um die Diagnose zu bestätigen. Zu diesem Zweck wurden am Mittwoch Blutproben in die USA geschickt. Bisher haben zwei Tests in Singapur den Sars-Verdacht erhärtet.

Der 27-jährige Wissenschaftler arbeitete in zwei staatlichen Labors, in denen der Sars-Erreger untersucht wurde. Bei dem Besuch einer der beiden Einrichtungen des Umweltamtes am 23. August sei es vermutlich zur Ansteckung gekommen, sagte Sadasivan. Beide Labore wurden geschlossen und 25 Kontaktpersonen des Infizierten unter häusliche Quarantäne gestellt. Der erkrankte Mann befand sich am Mittwoch weiter auf dem Weg er Besserung.

Weltweit starben 900 Menschen an SARS
Der bis dahin letzte Sars-Fall in Singapur wurde Anfang Mai registriert. Der Lungenkrankheit fielen dort 33 Menschen zum Opfer, 238 erkrankten. Weltweit kostete die Epidemie vor einigen Monaten etwa 900 Menschen das Leben. Infiziert hatten sich mehr als 8.400. Anfang Juli erklärte die WHO, die Epidemie sei unter Kontrolle. (APA/red)

8.9.2003 17:52