Montag, 8. September 2003

"naiv und leichtfertig": Wallraff bestreitet erneut Stasi-Tätigkeit

  • "Bin gegenüber DDR-Offiziellen niemals Verpflichtungen eingegangen"

Der Schriftsteller Günter Wallraff hat "Naivität und Leichtfertigkeit" im Umgang mit der DDR-Staatssicherheit eingeräumt, eine wissentliche Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst aber erneut bestritten. "Niemals bin ich mit meinen Kontakten zu Offiziellen der DDR irgendwelche Verpflichtungen eingegangen", sagte Wallraff am Montag.

Wallraff verwies darauf, dass ihn die Stasi selbst als unzuverlässig eingestuft und sich von ihm keine "Personenhinweise" erhofft habe. Nach der Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann, den er in der Bundesrepublik als Gast beherbergt hatte, sei er "vollends zum Staatsfeind der DDR stilisiert" und mit einem Einreiseverbot belegt worden, sagte Wallraff.

Demgegenüber hatte zuvor die Birthler-Behörde erklärt, in den so genannten Rosenholz-Dateien hätten sich Hinweise auf eine aktive Tätigkeit Wallraffs als "Inoffizieller Mitarbeiter" der Stasi gefunden. (apa, red)

8.9.2003 12:06