Montag, 8. September 2003

Tirol-Wahl: Die Spitzenkandidaten von SP, FP & Grüne

  • SP- und FP-Chef kämpfen mit Umfragen und internen Querelen
  • Klubobmann der Grünen mit heftige Debatten gegen van Staa

Für die Spitzenkandidaten von SPÖ, FPÖ und Grüne wird es schwer gegen Landeshauptmann van Staa und die Tiroler Volkspartei bei den Landtagswahlen am 28. September zu punkten. Dennoch wollen LHStv. Hannes Gschwentner (SPÖ), LAbg. Willi Tilg (FPÖ) und LAbg.Georg Willi (Grüne) im Wahlkampf nichts unversucht lassen.

SPÖ-Chef kämpft mit Umfragewerten
Der seit Mai 2002 als Vorsitzender der Tiroler SPÖ amtierende Unterländer Hannes Gschwentner (46) kämpft immer noch mit den Umfragewerten. Zuletzt lag er in der Beliebtheit sogar hinter dem langjährigen SP-Klubobmann Walter Guggenberger, der bei der Landtagswahl am 28. September gar nicht mehr antritt.

Geschwentner löste Herbert Prock ab, der nach parteiinterner Kritik 2002 überraschend zurückgetreten war und mittlerweile in Südamerika lebt. Seit 1999 ist der frühere Kommunalpolitiker Gschwentner Abgeordneter im Landtag.

Geboren wurde Gschwentner am 29. Juli 1957 in Kundl. Seine politische Laufbahn startete er 1986 als Gemeinderat in Kundl. Seit 1999 war er Bezirksvorsitzender der SPÖ-Kufstein, seit 1992 Bürgermeister von Kundl, seit 1999 Abgeordneter zum Tiroler Landtag. Seine Funktionen auf Bezirks- und Gemeindeebene legte er 2002 zurück.

Tilg an FP-Spitze umstritten
Seine größten politischen Widersacher hat der 46-jährige Berufsoffizier Willi Tilg bisher in der eigenen Partei gefunden. Wenige Wochen vor der Landtagswahl am 28. September hatte er sich noch im Juli der Wiederwahl als Parteiobmann stellen müssen.

Tilg hatte 2001 Christian Eberharter abgelöst, dem Tilg 2000 bei einer Obmannwahl knapp unterlegen war. Eberharter selbst war nach den heftigen parteiinternen Turbulenzen aus der FPÖ ausgeschlossen worden.

Geboren wurde Tilg am 12. Jänner 1957. In der Politik ist Tilg seit 1986. In seiner Heimatstadt Hall war er Gemeinderat, seit 1998 ist er Stadtrat. Ein Landtagsmandat hatte Tilg zwischen 1991 und 1994 sowie seit 1999 inne.

Grün-Chef hofft auf Zuwächse
Der Spitzenkandidat der Tiroler Grünen, Georg Willi (44), hofft auf deutliche Gewinne. Mit Landeshauptmann Herwig van Staa (V) focht der frühere VGÖ-Chef in Tirol heftige Debatten aus. Die beiden lieferten sich mehrere politische Auseinandersetzungen, auch wenn es im privaten Umfeld Anknüpfungspunkte gibt.

Van Staa kennt seinen heutigen politischen Gegner von klein auf. Seit vielen Jahren ist er eng mit der Familie und vor allem dem Vater Willis befreundet. Mit ihm baute er an der Universität Innsbruck das Institut für Alpenländische Land- und Forstwirtschaft auf.

Geboren wurde Willi am 6. Mai 1959 in Innsbruck. Von 1989 bis 1994 war er für die Vereinten Grünen im Innsbrucker Gemeinderat. Nach der Einigung zwischen VGÖ und Grüner Alternative wechselte Willi 1994 als Klubobmann in den Tiroler Landtag. (apa, red)

8.9.2003 16:18