Donnerstag, 11. September 2003

Uni-Aufschrei: Österreichs Wissenschaft in Gefahr

Österreichs renommierteste Wissenschafter schlagen Alarm: Die heimische Forschung ist in Gefahr. Davor warnten am Donnerstag Experten wie Anton Zeilinger oder Josef Penninger. Sie bekundeten gleichzeitig ihre Solidarität mit dem Wissenschaftsfonds FWF. Dieser muss heuer mit einem um fast 20 Prozent geringeren Budget als im Vorjahr auskommen und sieht seine Autonomie bedroht.

92,2 Mio. Euro standen dem Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung im Vorjahr für die Förderung der Grundlagenforschung zur Verfügung, heuer sind es nur noch 75,9 Mio. Euro. Grund dafür ist der Wegfall von Sondermitteln im Jahr 2003. Auf Grund dieser Budgetmisere konnte der Fonds in seiner Vergabesitzung im Juni kein einziges neues Projekt bewilligen.

Der erst kürzlich aus Kanada nach Österreich zurückgeholte Biowissenschafter Josef Penninger weiß aus eigener Erfahrung, welche Auswirkungen solche Budgeteinbrüche haben. "In Kanada hat die Regierung plötzlich zwei Jahre kein Geld für junge Wissenschafter zur Verfügung gestellt, das war absolut tödlich", erinnert er sich.

Penninger plädierte zudem für eine freie, nicht gelenkte Forschung. Große Firmen, die ihren Leuten vorschrieben, in welche Richtung sie forschen sollen, würden damit nichts erreichen. Die guten Ideen würden von jungen Wissenschaftern kommen.

Der Wiener Physiker Anton Zeilinger lobte vor allem die Uni-Reform. Aber auch dabei werde es ohne Geld nicht gehen. "Sonst werden die Unis zwar gute Strukturen haben, aber nichts anfangen können damit." Für den Fonds fordert Zeilinger eine langfristige Finanzierung auf konstant hohem Niveau. Andernfalls würden junge Leute entmutigt und ins Ausland abwandern. (APA)

11.9.2003 13:59