FPÖ gegen Drogen: Unangekündigte Tests an Schulen
- Schnell: Untersuchung sowohl bei Lehrern als auch Schülern
- Ziel sei Früherkennung zur Heilung und nicht Kriminalisierung
Wenn die FPÖ drei Tage auf Klausur geht, ist mit interessanten Ergebnissen zu rechnen. Diesmal zum Thema Drogen: Salzburgs FP-Obmann Karl Schnell will jetzt an Schulen flächendeckende und unangekündigte Drogen-Tests für Schüler und Lehrer verwirklicht sehen. Dies sei das Ergebnis einer dreitägigen Anti-Drogen-Klausur der Blauen in Saalbach-Hinterglemm.
"Jedes Kind wird vom Schularzt untersucht, ob es Senk- oder Plattfüße hat, und er überweist es wenn nötig zum Facharzt weiter. Beim viel komplexeren Thema Drogen gibt es keine Untersuchung", beklagt Schnell. Die Vorträge der Experten hätten eindeutig gezeigt, dass die Heilungschancen umso besser seien, je früher die Erkrankung bemerkt werde. Anders als in den USA, wo Menschen mit Drogenproblemen an den Pranger gestellt werden, wolle die FPÖ die Tests lediglich zu Heilzwecken einführen. Heute wisse man, dass sich Repression, Therapie und Prävention in der Drogenproblematik nicht konkurrieren sondern sich ergänzen sollten.
Konkret will die FPÖ, dass die Schüler unangekündigt zum Urintest aufgefordert werden können. Sollte ein Kind mit Drogenproblemen gefunden werden, soll gemeinsam mit Ärzten und Eltern versucht werden, das Problem in den Griff zu bekommen. In einigen Privatschulen sei das schon Realität. "Ich will nicht, dass Kinder im Unterricht zusammenbrechen, wie das im Pinzgau schon der Fall war." Nach den Wünschen der FPÖ sollen diese Test im Zuge der bevorstehenden Novelle der Bestimmungen für Schulärzte realisiert werden. Bei Lehrern sei die Forderung nach verpflichtenden Drogentest nach wie vor aufrecht, so Schnell.
SPÖ amüsiert über FP-Forderung
Schnell erneuere auch heuer pünktlich zu Schulbeginn mit seiner Forderung einen "alten Hut", dieser werde dadurch jedoch "weder intelligenter noch die Durchführung realistischer. Bereits im Jahr 2000 wurde die Einführung verpflichtender Drogentest für Schüler und Lehrer von Pädagogen, Medizinern und Experten unisono abgelehnt", reagierte der Salzburger SPÖ-LAbg. David Brenner.
Konsequent weitergedacht müsste Schnells Vorschlag auch einen verpflichtenden Drogentest für alle Erziehungsberechtigten bedeuten, erklärte der Jugendsprecher sarkastisch. Tatsache sei, dass es sich bei genauer Betrachtung von Schnells Vorhaben alleine in Salzburg um eine Personengruppe von rund 60.000 Schülern und Lehrern handle. (APA/red)
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