Montag, 8. September 2003

voest-Aktien: SP und FP für steirisches Beteiligungsengagements

  • LH Waltraud Klasnic gibt sich "geheimnisvoll"

Die Vollprivatisierung der voestalpine war auch Thema in der steiermärkischen Landesregierung in Graz: Während sich LH Waltraud Klasnic (V) zu einer möglichen Beteiligung Landes naher Firmen oder Banken am Stahlkonzern geheimnisvoll gab - "Es gibt Verhandlungen, aber die werden nicht über die Medien geführt" -, äußerte ihr SP-Stellvertreter Franz Voves Unverständnis und sprach von "Augenauswischerei". Der freiheitliche LH-Stv. Leopold Schöggl hält die Variante einer Steiermark-Holding für eine gute Idee.

Landeshauptfrau Klasnic erklärte auf Journalistenfragen zu einer möglichen steirischen Lösung bei der Übernahme von voestalpine-Anteilen: "Wir bereiten uns auf unsere Aufgaben vor." Es gebe Gespräche und die Resultate würden mitgeteilt. Die beiden Landeshauptmann-Stellvertreter Voves und Schöggl meinten dazu, in der Regierungssitzung sei nicht über die Angelegenheit gesprochen worden. SP-Chef Voves sagte, von der steirischen ÖVP komme kein Wort zu dem Thema, wo doch schon jedem klar geworden sei, was Totalprivatisierung bedeute.

Wenn die Steirer-VP versuche, ihr nahe stehende Unternehmen wie die Grazer Wechselseitige, die Landeshypo oder auch die Steiermärkische Sparkassen und Bank AG zur Übernahme einiger Prozent an voestalpine-Anteilen zu bewegen, dann sei das "eine Augenauswischerei". Ein Unternehmen, das nur ein oder ein paar Prozent halte, werde diese bei einer guten Kursentwicklung sofort veräußern, wenn es keine strategische Zusammenfassung in einem Aktienpaket oder in einer "Steiermark-Holding" gebe.

Mit einem Verkauf an die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich begebe man sich in die Abhängigkeit genau jener, die die Voest später filetieren würden, meinte Voves. Die "Green & White"-Studie des steirischen Finanzlandesrates Herbert Paierl (V) sei ja auch von der Filetierung ausgegangen, da eine Übernahme nur für die in der Steiermark ansässigen Bahn- und Schienensysteme angestrebt worden war. Über die Steiermärkische Sparkasse könne die Politik Einfluss ausüben, das müsse gesagt werden. Es werde am Donnerstag in der Regierungsklausur auch zu klären sein, ob eine Beteiligung der EStAG an der voestalpine Sinn ergebe.

Der freiheitliche LH-Stv. Leopold Schöggl meinte, er habe den Niedergang der steirischen voestalpine-Betriebe als Mitarbeiter miterlebt, deshalb sei er ein Vertreter der Privatisierung. Er selbst wolle Anteile erwerben, "und ich glaube, dazu sollte man alle Menschen im Lande einladen". Eine Beteiligung Landes naher Unternehmen oder Banken mache durchaus Sinn. Allerdings könne Oberösterreich sich dies eher leisten, da dort besser gewirtschaftet worden und einiges auf der hohen Kante sei. (apa)

8.9.2003 14:35