Pühringer: "Oberösterreichischer voest-Kernaktionär steht"
- Vorkaufsrecht für das Land von Raiffeisenlandesbank und Oberbank plus Mitarbeitebeteiligung ergeben über 15 Prozent!
- Sperrminorität als wichtige Grenze
Im Zusammenhang mit der Diskussion um die weitere Privatisierung des Linzer Stahlkonzerns voestalpine teilte der oberösterreichische ÖVP-Landesparteiobmann Landeshauptmann Josef Pühringer in einer Pressekonferenz mit: "Der oberösterreichische Kernaktionär steht."
Die Raiffeisenlandesbank (RLB) Oberösterreich und die Oberbank hätten in Verhandlungen mit ihm einem Vertrag über ein Vorkaufsrecht des Landes für ihre derzeitigen Voest-Anteile zugestimmt. Zusammen mit der geplanten Aufstockung der Mitarbeiterbeteiligung auf über 10 Prozent wäre damit schon jetzt die Sperrminorität gesichert.
Pühringer rechnete vor, dass die Oberbank derzeit rund 6,5 Prozent an der voestalpine halte, die RLB OÖ zwischen 9 und 10 Prozent. Beide zusammen hätten jedenfalls mehr als 15 Prozent. Eine Syndizierung der Anteile sei nicht möglich, denn die beiden Häuser würden in Konkurrenz stehen. Die Einräumung des Vorkaufsrechtes sei schon eine "schwere Geburt" gewesen, berichtete Pühringer.
Die beiden Banken hätten demnach zwar nicht vor, ihre Anteile zu verkaufen. Sollte es aber dennoch dazu kommen, würden sie diese nach dem vertraglich vereinbarten Vorkaufsrecht dem Land zu "marktüblichen Konditionen" anbieten. Dass die Belegschaft künftig knapp mehr als 10 Prozent halten solle, sei mit dem Bund und der ÖIAG klar vereinbart. Somit sei schon jetzt und unabhängig davon, was bei der weiteren Privatisierung an der Börse herauskomme, die Sperrminorität für Oberösterreich gesichert. Er sei eben bei wichtigen Angelegenheiten dafür, sich doppelt abzusichern, "mit Hosenträgern und Hosengurt", stellte Pühringer fest.
Pühringer will zusätzlich dafür eintreten, dass Landesunternehmen wie die Energie AG und die Hypo-Bank sich am Verkauf von Voest-Anteilen über die Börse beteiligen. Diese könnten die Anteile später auch nicht "aus Jux und Tollerei" verkaufen. Das Land werde zudem auch eine Wandelanleihe zeichnen, das wäre eine interessante Geldanlage. Das Land wäre somit insgesamt "stark aufgestellt". Denn es sei damit zu rechnen, dass nur jeweils kleine Tranchen verkauft werden. Gekauft werde alles, aber entscheidend sei, was man kriege. Die Verteilung erfolge über die Börse. Nicht zuletzt werde er die Oberösterreicher dazu einladen, als Kleinaktionäre Anteile zu kaufen, um die Verbundenheit mit dem Unternehmen zu bekunden. Auch er persönlich werde "in einem bescheidenen Ausmaß" kaufen. "Für die Voest ist uns nichts zu viel", fasste er zusammen. (apa/ red)
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