Interaktiv-TV: Sender suchen Weg für rasche Einführung
- Plattform steht nicht in Frage, aber technische und finanzielle Probleme
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Die deutschen Fernsehsender, sowohl Öffentlich-rechtlich als auch Privat, wollen über den Weg für eine rasche Einführung der Multimedia Home Plattform (MHP) für interaktives TV nach der Internationalen Funkausstellung in Berlin (IFA) nochmals reden. Das betonten Vertreter der Sender auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin. Obwohl die Notwendigkeit der gemeinsamen Plattform nicht in Frage steht, hatten vor allem Privatsender wie Premiere technische und finanzielle Probleme angemeldet.
Mit Hilfe von MHP sollen die Zuschauer nicht nur beste Qualität bei Bild und Ton wie bei einer DVD geboten bekommen, sondern sich über einen Rückkanal selbst in die Programmgestaltung einschalten oder online über den TV-Apparat einkaufen können. Die gemeinsame Plattform soll einen freien Markt für digitales Fernsehen mit einem breiten Angebot an Geräten und Diensten ermöglichen.
"Es spricht alles für MHP"
Für eine rasche Klarheit zum Nutzen der Fernsehzuschauer sprach sich WDR-Intendant Fritz Pleitgen bei einer Diskussion über die Perspektiven des digitalen Fernsehens in Deutschland aus. "Es spricht alles für MHP." Die Plattform biete ein für alle offenen Standard. Pleitgen regte finanzielle Erleichterungen für die Privatanbieter zur schnellen Etablierung von MHP an.
"Deutschland ist ein digitales Entwicklungsland", sagte ZDF-Intendant Markus Schächter. MHP sei der Schlüssel für die digitale Entwicklung. Die Industrie bietet nach Angaben des Philips-Geschäftsführers Hans-Joachim Kamp bereits jetzt für den digitalen Empfang leicht zu bedienende Geräte.
Keine technischen Schwierigkeiten
Angesichts hoher Kosten sei aber eine Marktsicherheit sehr wichtig, sagte der Vorstand der ProSiebenSat.1 Media AG, Jürgen Doetz. Es müsse deshalb verbindliche Verabredungen geben. Der Zuschauer wolle nützliche und interaktive Inhalte. Es sei deshalb richtig, nach der Messe nochmals über die so genannte Mainzer Erklärung zu sprechen. In dieser Erklärung hatten sich im September 2001 ARD, ZDF, RTL und die damalige KirchGruppe für MHP entschieden.
Premiere-Geschäftsführer Georg Kofler vertrat weiterhin die Auffassung, eine rasche Einführung von MHP bei Premiere sei wegen technischer Schwierigkeiten bei der Umrüstung der Premiere-Digital- Boxen derzeit nicht machbar. Sowohl Pleitgen als auch Schächter wiesen dies als unrichtig zurück. Schächter forderte Kofler auf, bei dieser Entwicklung nicht mit zwei Füßen auf der Bremse zu stehen. Kofler nannte auch Kosten für die Umrüstung von 300 bis 500 Mio. Euro. (apa/red)
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