Samstag, 6. September 2003

voestalpine: Für FPÖ ist Privatisierung "noch nicht gegessen"

  • Bleckmann: Aktionärsstruktur muss österreichische Interessen sichern
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Für FPÖ-Generalsekretärin Magda Bleckmann ist die Privatisierung der voestalpine "noch nicht gegessen". "Wir wollen die VOEST als österreichisches Leitunternehmen erhalten und werden weiter dafür kämpfen", sagte sie. Die von der FPÖ erreichte Aufstockung der Mitarbeiterbeteiligung auf 10 Prozent sei dabei nur ein erster Schritt. "Finanzminister Karl-Heinz Grasser und die ÖIAG seien nun gefordert, "eine Aktionärsstruktur zu schaffen, die jene von uns Freiheitlichen stets angesprochenen österreichischen Interessen sichert".

Die Voestler hätten es sich jedenfalls nicht verdient, dass über sie "drübergefahren" werde, betonte Bleckmann. Anders als der ÖVP gehe es den Freiheitlichen nicht um Zahlen, sondern um Arbeitsplätze.

Die Voest könnte für Bleckmann auch ein Fall für das "Frühwarnsystem bei Meinungsunterschieden innerhalb der Regierungskoalition" werden, so Bleckmann. Dann nämlich, wenn Finanzminister und ÖIAG sich nicht an die Beschlüsse des Nationalrates zur VOEST-Privatisierung halten würden.

Steinkellner fordert Aktien-Kauf durch das Land OÖ
Der oberösterreichische FPÖ-Chef Landesrat Günther Steinkellner fordert einen Kauf von voestalpine-Aktien durch das Land Oberösterreich. Da die Bundes-ÖVP nicht gewillt sei, die Forderungen der Oberösterreicher nach einem österreichischen Kernaktionär für die voestalpine AG zu erfüllen, müsse das Land Oberösterreich einspringen, um dieses Ziel zu erreichen, so Steinkellner.

Es gebe einen klaren Auftrag des Landtages, dass alles unternommen werden müsse, um den Firmensitz sowie die Forschung und Entwicklung in Linz zu behalten sowie der "Ausverkauf" und die "Zerschlagung" unterbunden werden müsse, so Steinkellner. Die Freiheitlichen forderten daher, dass das Land Oberösterreich im Zuge des von der ÖIAG geplanten Verkaufs der Voest-Aktien selbst als Käufer auftreten solle. Dies sei ein gangbarer Weg, damit diese Aktien nicht in Hände geraten, die den Bestand des Unternehmens nicht zum Ziel hätten, meinte Steinkellner.

Zusammen mit dem Mitarbeiteranteil von mehr als zehn Prozent sollte es gelingen, einen starken österreichischen Kernaktionär zu bilden, sagte Steinkellner. Zudem forderte er das Land auf, einen Grundsatzbeschluss zu fassen, um sich auch an der Wandelanleihe zu beteiligen. Unter Umständen könne es sogar viel sinnvoller sein, Teile der Landesrücklagen dafür einzusetzen, die derzeit - mit 2,1 Prozent - nicht gerade "übermäßig" verzinst an den Bund verliehen sind, so Steinkellner. (apa/red)

6.9.2003 15:16