Freitag, 5. September 2003

Kovats schon über 20%? - Verwirrung um Stimmrechte bei VA-Tech

  • VA Tech-Kampf wird ernst: Kovats-Anwalt: "Haben nur 19,05%"
  • Außerordentliche Hauptversammlung wird zum Kampf um Macht

Verwirrung im Lauf der mit Spannung erwarteten Hauptversammlung des Linzer Technologiekonzerns VA Tech um die Stimmrechte der anwesenden Großaktionäre: Denn laut Anmeldeverzeichnis zur außerordentlichen HV würden Neo-Aktionär Mirko Kovats und seine Victory Industriebeteiligungs AG zusammen bereits jetzt über mehr als 20 Prozent der Stimmrechte verfügen!

Eine Sprecherin von Kovats erklärte, Grund dafür sei eine Doppelzählung auf Grund einer fehlerhaften Übermittlung durch eine Depotbank. Ein Anwalt stellte sogleich klar: "Wir haben nur 19,05%".

Die Überschreitung der 20-%-Grenze wäre von Bedeutung, weil bei einem abgestimmten Stimmverhalten von Kovats und Victory die 20-Prozent-Schwelle überschritten würde, die laut VA Tech-Statuten ein Übernahmeangebot auslösen müsste.

Laut Anmeldeverzeichnis sind bei der HV in Linz etwa 8,87 Mio. von insgesamt 15 Mio. stimmberechtigten Aktien vertreten. Bei Zusammenzählung der im Verzeichnis angeführten Aktien würden Mirko Kovats und die Victory zusammen auf 3,08 Mio. Aktien - etwa 20,5 Prozent - kommen.

Die Hauptversammlung begann leicht verspätet, die ersten Tagesordnungspunkte waren dem Bericht des Vorstandes über das erste Halbjahr bzw. Fragen der Aktionäre dazu gewidmet.

Nur drei Sitze für Kovats?
Die Verstaatlichtenholding ÖIAG will dem Industriellen Mirko Kovats im Vorfeld der heutigen VA Tech-Hauptversammlung höchstens drei Sitze im Aufsichtsrat zugestehen. Mit zwei bis drei Mitgliedern im Aufsichtsrat wären die Interessen dieser Gruppe "adäquat wiedergegeben", so ÖIAG-Vorstand Michaelis.

Michaelis sieht in der Stellungnahme der Übernahmekommission zur VA Tech auch die "klare Botschaft" an die ÖIAG enthalten, dass man Gefahr laufe, der Gruppe um Kovats zu einer Übernahme zu verhelfen. Der ÖIAG-Vorstand: "Wir werden hier in der Hauptversammlung alles tun, um das zu vermeiden." Eine Übernahme liegt bei dem Anlagenbauer vor, wenn ein Aktionär 20% der Papiere besitzt - der Industrielle Mirko Kovats steht dicht davor.

Die Victory Industriebeteiligung AG des neuen VA-Tech-Großaktionärs Mirko Kovats besitzt nach offiziellen Angaben schon über 19 Prozent an dem Unternehmen und liegt damit knapp unterhalb jener 20 Prozent, deren Überschreitung laut VA Tech-Satzungen zu einer Kontrollmehrheit führen würde und ein Übernahmeangebot auslösen müsse.

Die Kovats-Gruppe beansprucht vier von insgesamt zehn (Kapitalvertreter)-Aufsichtssitzen. 5 Sitze wären mit 50% eine klare Machtübernahme und würden ein verpflichtendes Kaufangebot an alle Aktionäre bedeuten.
(apa, red)

5.9.2003 14:02