Donnerstag, 4. September 2003

Ausländische Direkt-Investitionen: 2002 eingebrochen

  • Zuflüsse nach Österreich nur 1,52 statt 5,88 Milliarden Dollar
  • Absturz um 74 Prozent

2002 kam es zum zweiten Mal in Folge zu einem Einbruch bei den weltweiten Direktinvestitions-Zuflüssen, ein Trend, von dem auch Österreich nicht verschont blieb. Während die ausländischen Direktinvestitionen (ADI) weltweit um 21 Prozent auf 651 Mrd. Dollar (604 Mrd. Euro) von zuvor 824 Mrd. Dollar zurückgingen, wurde 2002 von ausländischen Firmen in Österreich um 74 Prozent weniger investiert.

Die ADI-Zuflüsse nach Österreich verringerten sich auf 1,52 nach noch 5,88 Mrd. Dollar im Jahr zuvor. Mit einem Rückgang der ADI von 4,36 Mrd. Dollar nimmt Österreich unter den Ländern mit dem stärksten absoluten Rückgängen den prominenten elften Platz ein, geht aus dem World Investment Report 2003 (WIR 2003) der United Nations Conference on Trade and Developement (UNCTAD) hervor, der am Donnerstag in Wien von UNCTAD und der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) in einer gemeinsamen Pressekonferenz präsentiert wurde.

Dies habe mit dem Ausbleiben von dominanten Großinvestitionen wie in den Jahren 2000 bei der Bank Austria und 2001 bei der Tabak Austria zu tun, erklärte OeNB-Direktor Zöllner. Im Jahr 2002 habe es keine vergleichbaren Transaktionen gegeben, dafür aber einige größere Devestitionen wie der teilweise Rückzug der Telekom Italia aus der Telekom Austria und der Rückkauf der Firma Bösendorfer in österreichische Hände. "Immerhin haben 2002 rund 400 Unternehmen neue Direktinvestitionen in Österreich begründet oder bestehende durch Kapitalzufuhr erweitert", so Zöllner.

Die ausländischen Beteiligungen in Österreich repräsentieren laut dem WIR 2003 einen Wert von 42,5 Mrd. Dollar, um 24 Prozent mehr als ein Jahr zuvor (34,3 Mrd. Dollar). Der Wert der Beteiligungen von Österreichern im Ausland erhöhte sich um 41 Prozent auf 40,2 (28,5) Mrd. Dollar.

2004 könnten nach UNCTAD-Schätzungen die ADI-Ströme im Zuge des Wiedererstarkens grenzüberschreitender Unternehmenszusammenschlüsse und eines verstärkten Wirtschaftswachstums 2004 wieder ansteigen. Die besten Aussichten gebe es in den Bereichen Tourismus und Telekommunikation, sowie für Entwicklungsländer und Mittel- und Osteuropa.
(apa)

4.9.2003 14:29