Mittwoch, 3. September 2003

Rezession: Österreicher sparen mehr und verschulden sich weniger

  • Interesse an Wertpapieren weiter gesunken - Geldvermögen wuchs im ersten Quartal um 3,5 Mrd. Euro
  • Nur 775 Mio. Euro neue Kredite

Die Österreicher sparen so viel wie schon lange nicht mehr. Gleichzeitig ist die Neuverschuldung über Bankkredite auf einen der tiefsten Stände seit Anfang 2000 gefallen. Wertpapiere spielen bei der Veranlagung dagegen kaum eine Rolle, das Interesse an ihnen ist im ersten Quartal 2003 noch stärker zurückgegangen als in den davor liegenden Quartalen 2002.

Wie aus der heute veröffentlichten Finanzstatistik der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) über den Vermögensaufbau und die Verschuldung der privaten Haushalte hervorgeht, nahm das gesamte Geldvermögen der Österreicher im ersten Quartal 2003 um 3,5 Mrd. Euro zu, das sind um über 600 Mio. Euro mehr als im ersten Quartal 2002. Die Nachfrage nach zusätzlichen Krediten verringerte sich dagegen auf 775 Mio. Euro nach 1,0 Mrd. Euro. Das ist der zweitniedrigste Wert seit drei Jahren, dem Beginn der Zahlenreihe. Nur im vierten Quartal 2001 wurden mit 647 Mio. Euro noch weniger Kredite aufgenommen.

Bei der Geldveranlagung dominierten die Spareinlagen und Versicherungssparprodukte. 2,1 Mrd. Euro wurden gespart, mehr als doppelt so viel wie im Vergleichsquartal des Vorjahres (906 Mio. Euro). In Lebens- und Pensionsversicherungssparprodukte wurde mit 1,5 Mrd. Euro wie schon im ersten Quartal 2002 erneut überdurchschnittlich viel angelegt. 755 (846) Mio. Euro davon flossen in Lebensversicherungen, 280 (145) Mio. Euro in Pensionskassen.

Per saldo wurden im ersten Quartal Wertpapiere um knapp 70 Mio. Euro verkauft. Gerade 82 Mio. Euro sind in Aktien angelegt worden nach noch 285 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Bei festverzinslichen Wertpapieren kam es sogar zu einem Rückgang um 233 Mio. Euro nach plus 66 Mio. Euro im ersten Jahresquartal 2002. Auch Investmentzertifikate verharrten mit 84 (52) Mio. Euro auf tiefem Niveau.
(apa)

3.9.2003 13:18