Tirol: Erste "garantiert gentechnikfreie Milch" auf dem Markt
- Dinkhauser: Land Tirol soll gesetzliche Rahmenbedingungen zur Absicherung des Projektes schaffen
Tirol hat die erste "garantiert gentechnikfreie Milch" neben Bio-Milch auf den Markt gebracht. Das Land Tirol soll die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Absicherung dieser "europaweit einzigartigen Initiative" schaffen, forderte AK-Präsident Fritz Dinkhauser bei der Präsentation des Produktes.
"Für die neue Milch haben die Milchbauern aus den Bezirken Landeck und Imst sowie der Gemeinde Wildermieming freiwillig auf Gentechnikfrei umgesattelt", erklärte Tirol-Milch Geschäftsführer Hans Partl. Es sei in Tirol "einzigartig", dass eine ganze Region "gentechnikfrei" produziere. Bei der Fütterung und der Aufzucht der Tiere müsse der Bauer strenge Bestimmungen einhalten. Zwei unabhängige Prüfstellen würden regelmäßige Kontrollen durchführen.
Probleme für das Projekt könnten sich durch die Zulassung von gentechnisch verändertem Saatgut in der EU ergeben. Wenn ein Bauer auf die Rinderzucht umsteige und gentechnisch verändertes Saatgut zur Futterherstellung anbaue, so könne bei den benachbarten Bauern durch den Pollenflug eine gentechnikfreie Bewirtschaftung nicht mehr garantiert werden.
Daher seien jetzt gesetzliche Regelungen zu schaffen, bevor der Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut in der EU zugelassen werde, erklärte eine AK-Rechtsexpertin. Dabei gehe es darum, keine Verbote zu erlassen, sondern die Koexistenz von gentechnisch veränderten und natürlichen Produkten gesetzlich zu regeln.
Die "traditionelle" Milch sei zu einer hohen Wahrscheinlichkeit auch "gentechnikfrei", unterstrich Partl. "Bei der neuen Milch können wir das aber garantieren".
(apa, red)
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