Dienstag, 2. September 2003

China: Landeswährung soll nicht frei schwanken

  • Gegen alle Widerstände hält Peking an harter Währung fest
  • IWF-Köhler: Flexiblerer Wechselkurs wäre im Interesse Chinas

Die Volksrepublik China will dem wachsenden Druck der USA und ihrer Verbündeten standhalten und ihre Währung nicht frei schwanken lassen. Anlässlich des Besuchs von US-Finanzminister John Snow bekräftigte die Regierung in Peking am Dienstag ihre Wechselkurspolitik, die auf einer enge Anbindung des Yuan an die US-Währung beruht.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) schloss sich der Forderung der USA und Japans an, China sollte sein Wechselkurssystem flexibler gestalten.

US-Schuldzuweisungen gegen Peking
In den USA wird der Verlust von Millionen Arbeitsplätzen im verarbeitenden Gewerbe vor allem auf die Konkurrenz aus China zurückgeführt, die durch den künstlich niedrigen Wechselkurs einen unfairen Wettbewerbsvorteil habe. Chinas Wirtschaft wächst derzeit so stark wie keine andere auf der Welt.

Peking bleibt stabil
Kurz nach dem Eintreffen von Snow in Peking erklärte der Sprecher das chinesischen Außenministeriums am Dienstag: "China wird die stabile Situation seines Wechselkurses weiterhin beibehalten." Dies entspreche der wirtschaftlichen Stabilität und Entwicklung Chinas sowie der ganzen Region und der Weltwirtschaft. Entsprechend der Entwicklung des Landes werde auch der Wechselkurs-Mechanismus verbessert.

Snow hatte am Vortag mit seinem japanischen Kollegen Masajuro Shiokawa auch über den Yuan gesprochen. Die beiden Politiker waren sich einig, dass der Wert von Chinas Yuan vom Markt bestimmt werden sollte. Auch IWF-Direktor Horst Köhler forderte China zu mehr Flexibilität beim Wechselkurs auf: "Der IWF ist schon seit geraumer Zeit der Ansicht, dass es im besten Interesse Chinas wäre, schrittweise ein flexibleres Wechselkurssystem zu schaffen."

Eine Ansicht, die jeder Nicht-Chinese zu teilen scheint.
(apa, red)

2.9.2003 14:03