Dienstag, 2. September 2003

Gesundheit: Krankenkassen-Defizit explodiert bis 2005

  • Abgang steigt laut Hauptverbands-Prognose auf 682 Mio. Euro!
  • Schon heuer ein Minus von knapp 288 Millionen Euro!

Das Krankenkassen-Defizit explodiert wieder. Trotz der im Rahmen des Budgetbegleitgesetzes beschlossenen Beitragserhöhungen erwarten die Krankenversicherungen in den kommenden Jahren massive Abgänge. Laut Prognose des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger wird es heuer ein Minus von knapp 288 Millionen Euro (2002: 217,9 Mio) geben.

2004 sind es dann trotz der höheren Beiträge für Angestellte und Pensionisten sowie der neuen Freizeitunfall-Versicherung noch immer rund 269,5 Millionen - und 2005 explodiert das Defizit auf 682 Millionen Euro!

Ein Grund dafür: Die Beiträge für Arbeitslose sinken im übernächsten Jahr.

Konkret verzeichnen allein die Gebietskrankenkassen laut Prognose heuer ein Minus von 631,7 Millionen bzw. von 8,2 Prozent. Alle GKKs müssen mit einem Abgang leben, den Stärksten muss jene des Burgenlands (-13,3) verkraften, den geringsten traditionell jene Oberösterreichs (-2,8 Prozent).

Im kommenden Jahr sieht die Lage durch die Beitragserhöhungen etwas günstiger, aber noch immer nicht rosig aus. Das etwas niedrigere Minus (269,45 Mio.) kommt auch durch die 447 Millionen Euro zu Stande, die im Ausgleichsfonds liegen.

Explosion 2005
Eine echte Explosion des Defizits gibt es dann 2005. Der Abgang der KV im Gesamten wird hier 682,27 Millionen Euro angenommen. Der Ausgleichsfonds schießt nur noch 204 Millionen zu. Die Gebietskrankenkassen allein rechnen mit einem Minus von 785,84 Millionen (nach 610,78 Mio. 2004).
(apa, red)

2.9.2003 09:59