Sonntag, 7. September 2003

Bleibt Krankl Teamchef? Chancen trotz 1:3 gestiegen

  • Stickler war zufrieden - "Krankl erster Ansprechpartner"
  • Sagen Sie uns Ihre Meinung: Krankl behalten oder neuen holen?

Trotz der 1:3-Niederlage in der EM-Qualifikation gegen die Niederlande sind Hans Krankls Chancen auf eine Verlängerung seines Teamchef-Vertrags gestiegen. ÖFB-Präsident Friedrich Stickler zeigte sich mit den Fortschritten im Nationalteam zufrieden. Krankl ist laut Stickler "erster Ansprechpartner", offenbar wird uns "Hansee" also noch länger als Teamchef erhalten bleiben. Wäre diese Entscheidung in Hinblick auf die EURO 2008 gut? Sagen Sie uns Ihre Meinung (Kasten rechts)!

Krankl, dessen Vertrag nach dem abschließenden EM-Qualifikationsspiel am 11. Oktober in Wien gegen Tschechien ausläuft, ist nun offenbar Favorit auf eine Verlängerung bis Ende der WM-Qualifikation für Deutschland 2006. Der 50-jährige Wiener, seit Jänner 2002 im Amt, weist nach dem Holland-Spiel eine leicht negative Bilanz auf. Das ÖFB-Team hält in den 15 Spielen unter Krankl bei 6 Siegen, 2 Remis und 7 Niederlagen (Tordifferenz: 22:23).

Stickler nach Match in Rotterdam zufrieden
Stickler zeigt sich jedenfalls zufrieden. "Wir haben gegen die Nummer vier der Weltrangliste gespielt. Es reicht zwar noch nicht, aber man erkennt einen Aufwärtstrend. Wenn das Spiel der Niederländer ins Laufen kommt, dann kann jeder Gegner Probleme kriegen. Nach dem 1:3 kann so ein Spiel auch aus dem Ruder laufen, aber wir haben dagegen gehalten. Darum bin ich trotz dem Ergebnis zufrieden", resümierte Stickler.

"Ich war bei der Taktik-Besprechung vor dem Spiel dabei. Das Rezept wurde in den ersten 45 Minuten 1:1 umgesetzt. Das hat mir imponiert", erklärte Stickler. Für den Lotterien-Chef hat Krankl nun bessere Karten als noch vor einiger Zeit. "Zum Unterschied vom 0:3 in Wien gegen die Holländer und dem 0:4 in Prag hat man ein weiteres Indiz für eine Entwicklung gesehen. Es ist ein guter Geist in dieser Mannschaft."

Krankl will verlängern
Der Teamchef selbst meinte am Sonntag bei der Nachbetrachtung in Wien auf seine persönliche Zukunft angesprochen: "Es liegt nicht an mir, denn ich bin stolz, Trainer dieser Mannschaft zu sein, und erfülle meine Aufgabe mit Herzblut. Teamchef der Nationalmannschaft wird nicht jeder, das ist eine Auszeichnung und Ehre für mich. Der Präsident war bisher immer hundertprozentig korrekt zu mir. Wenn wir uns weiter einigen, würde ich gerne für zwei Jahre verlängern", so Krankl, der zuletzt mehrmals erklärt hatte, der Beste für diesen Job zu sein.

Spielanalyse: Krankl will Realist bleiben
"Ich versuche, Realist zu sein, denn wir haben gesehen, dass etwas fehlt. Wir können noch nicht 90 Minuten auf so einem hohen Niveau spielen", meinte Teamchef Hans Krankl am Sonntag im Rückblick auf die Partie im De Kuip-Stadion.

Die Gründe für den Rückfall: "Die Frage der Ehre wurde zu hundert Prozent erfüllt. Wir können mitfighten, aber am Spielerischen hapert es. Da sind die Holländer ein anderes Niveau. Bei uns lässt auch die Konzentration durch eine geistige Müdigkeit nach und es passieren mit der Zeit technische Fehler."

Potenzial für Verbesserungen
"Wir haben uns lange gewehrt und hatten auch unsere Chancen. Gegen so eine Klassemannschaft kannst du aber in jeder Sekunde ein Tor bekommen und das ist leider passiert", so Krankl, der noch "Verbesserungs-Potenzial" sieht. "Ich sehe Positionen, wo wir noch stärker werden können. Man wird meine Änderungs-Ideen in fünf Wochen sehen. Schade ist, dass Toni Ehmann gegen Tschechien gesperrt ist, denn er wäre gegen Jan Koller fix eingeplant gewesen. Martin Stranzl wäre idealer Ersatz, aber ich denke nicht, dass er rechtzeitig fit werden wird."

(apa/red)

7.9.2003 13:19