Sonntag, 7. September 2003

USA stellen Irak-Milizen Ultimatum für Entwaffnung

  • Wer sich der Aufforderung widersetzt, landet im Gefängnis

Britische und US-Truppen haben die Schiiten-Milizen in irakischen Städten ultimativ aufgefordert, ihre Waffen bis zum Samstag niederzulegen. Wer sich der Aufforderung widersetze werde zur Entwaffnung gezwungen und ins Gefängnis gebracht, sagte ein Armeesprecher am Sonntag. Die US-Truppen hätten auch den irakischen Regierungsrat aufgefordert, die Milizen anzuhalten, das Ultimatum zu achten.

Die US-Armee nahm in der irakischen Stadt Bakuba zehn Verdächtige fest, die an einem tödlichen Anschlag auf amerikanische Wachsoldaten im August beteiligt gewesen sein sollen. Unter den Festgenommenen sei auch ein Anhänger des gestürzten Regimes von Saddam, der den Angriff geplant habe, erklärte das US- Zentralkommando. Hinweise der irakischen Bevölkerung hätten zur Ergreifung der Verdächtigen am Samstag geführt. Bei dem Angriff vor dem Kinderkrankenhaus von Bakuba waren drei US-Soldaten getötet worden.

Seit dem verheerenden Bombenanschlag von Najaf am 29. August bezogen in der Region vermehrt bewaffnete Kämpfer Stellung. Die sich verschlechternde Sicherheitslage in der irakischen Hauptstadt Bagdad hat in den vergangenen zwei Monaten zu einem deutlichen Anstieg bei der Zahl der Fälle von Mord- und Totschlag geführt. Unter den Todesopfern seien auch zahlreiche Angehörige der neuen irakischen Polizei gewesen. Insgesamt habe sich die Zahl der von den Gerichtsmedizinern in Bagdad untersuchten verdächtigen Todesfälle im Vergleich zur Zeit vor dem Krieg verdreifacht, berichtete der Direktor der Gerichtsmedizin des Großraums Bagdad. (apa)

7.9.2003 21:23