USA wollen ISAF-Einsatz in Afghanistan ausweiten
- Rumsfeld: Ausdehnung des Mandats wäre "eine gute Sache"
Bei seinem Besuch in Afghanistan hat sich US-Verteidigungsminister Rumsfeld für eine Ausweitung des Einsatzes der Internationalen Schutztruppe (ISAF) ausgesprochen. Die Ausdehnung des Mandats über Kabul hinaus wäre "eine gute Sache", sagte Rumsfeld am Sonntag nach einem Gespräch mit dem afghanischen Präsidenten Karsai. Die NATO hatte im August das Kommando über die Friedenstruppe übernommen.
Bei dem Gespräch zwischen Rumsfeld und Karsai ging es nach US-Angaben auch um Finanzhilfen Washingtons für Afghanistan. Ein hochrangiger US-Vertreter sprach von einer "beträchtlichen Aufstockung" der Mittel. Die zusätzlichen Gelder sollen den Angaben zufolge eingesetzt werden, um Milizen rund um Kabul aufzulösen und die Ausbildung der afghanischen Armee zu beschleunigen, die bisher kaum 5.000 Soldaten zählt. Außerdem soll der Einsatz von Wiederaufbauteams in der Provinz vorangetrieben werden.
Rumsfeld besuchte zudem eine Militärbasis in Gardes, rund einhundert Kilometer südlich von Kabul, in der afghanische und US-Soldaten stationiert sind. In jüngster Zeit hatte es vermehrt Berichte über ein Wiedererstarken der Taliban und des Terrornetzwerks El Kaida in einigen Provinzen Afghanistans gegeben. US-Truppen und Regierungssoldaten begannen daher Ende August mit größeren Einsätzen gegen Milizen in den südlichen Provinzen Kandahar und Sabul.
Rumsfelds eintägiger Besuch wird von Kämpfen unter anderem zwischen radikalislamischen Taliban und US-geführten Koalitionstruppen im Süden des Landes überschattet. In den vergangenen drei Wochen wurden bei Kämpfen und Anschlägen besonders im Süden und Osten des Landes mehr als 220 Menschen getötet. Die Toten waren Kämpfer der Taliban, afghanische Regierungssoldaten, US-Truppen und Zivilisten. (apa)
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