Sonntag, 7. September 2003

Terror-Krieg: Bush will weitere 87 Milliarden Dollar!

  • Bush weist UNO größere Verantwortung im Irak zu
  • US-Kommandanten fordern dritte ausländische Division im Irak

US-Präsident Bush will den Kongress um 87 Milliarden Dollar (79,6 Mrd. Euro) zur Bekämpfung des Terrorismus im Irak und Afghanistan bitten. In einer Rede an die Nation sagte Bush am Sonntag (Ortszeit) im Weißen Haus, die USA ließen sich von Gewalttaten nicht einschüchtern. Bush bezeichnete den Irak als die Hauptfront im Krieg gegen den Terror. International rief Bush' Rede zurückhaltende Reaktionen hervor.

Die Terroristen hätten die Beispiele Beirut und Somalia genannt und behaupteten, wenn den Amerikanern Leid zugefügt werde, flüchteten sie. "Darin irren sie sich." Der sicherste Weg, Angriffe auf die eigenen Leute zu verhindern, sei, den Feind anzugreifen, wo er lebe. "Wir bekämpfen diesen Feind heute im Irak und Afghanistan, damit wir ihn nicht auf unseren eigenen Straßen treffen, in unseren Städten." Die Feinde der Freiheit führten dort einen verzweifelten Kampf, und dort müssten sie geschlagen werden. "Das wird Zeit brauchen und Opfer erfordern. Doch wir werden alles tun, was nötig ist, wir werden ausgeben, was nötig ist, um diesen notwendigen Sieg im Krieg gegen den Terror zu gewinnen, um die Freiheit voranzutreiben und um unsere eigene Nation sicherer zu machen", sagte der Präsident.

Die gegenwärtige Zahl von 130.000 Soldaten im Irak sei ausreichend, doch würden weitere ausländische Truppen benötigt. Zwei multinationale Divisionen, geführt von Großbritannien und Polen, seien im Irak im Einsatz, und amerikanische Kommandanten hätten eine dritte gefordert. Der US-Präsident wies der UNO eine wichtige Rolle beim Wiederaufbau des Irak zu. "Mitglieder der UNO haben nun die Gelegenheit und die Verantwortung, eine größere Rolle einzunehmen und zu gewährleisten, dass der Irak eine freie und demokratische Nation wird." Die Spaltung der UNO in der Irak-Frage müsse überwunden werden.

Außenminister Colin Powell bemühe sich um eine Resolution des UNO-Sicherheitsrates, die die Entsendung weiterer Truppen ermögliche. Unter Bezug auf Frankreich, Deutschland und Russland sagte Bush, "nicht alle unserer Freunde haben mit unserer Entscheidung, Saddam Hussein zu entmachten, übereingestimmt. Aber wir können vergangene Differenzen nicht unsere Pflichten in der Gegenwart beeinträchtigen lassen."

Zurückhaltende internationale Reaktionen
Zurückhaltend waren die internationalen Reaktionen auf Bush' Forderung nach stärkerem internationalen Einsatz im Irak. Deutschland und Japan bekräftigten ihre Bereitschaft zur Hilfe. Militärische Unterstützung wurde in Berlin allerdings ausgeschlossen. Großbritannien schickt hingegen etwa 1.200 weitere Soldaten in den Irak.

Der deutsche Außenminister Fischer hat die Bereitschaft seines Landes zur humanitären Hilfe und zur Unterstützung beim Wiederaufbau des Irak unterstrichen. Notwendig für einen Einsatz beim Wiederaufbau seien aber volle Transparenz und die Kontrolle durch die Vereinten Nationen, sagte Fischer am Montag in Berlin. Einen deutschen Militär-Einsatz schloss er erneut aus. (APA/red)

7.9.2003 20:28