Sonntag, 7. September 2003

Atomstreit: Iran droht den USA mit "Konsequenzen"

  • Washington solle sich mit drastischen Forderungen zurückhalten
  • Geheime Gruppe soll im Iran an Atombombe arbeiten

Der Iran hat die USA davor gewarnt, im Streit um das iranische Atomprogramm zu großen Druck auszuüben. Washington solle sich bei der am Montag beginnenden Konferenz der Internationalen Atomenergiebehörde mit drastischen Forderungen an den Iran zurückhalten, sagte der iranische Botschafter, Ali Akbar Salehi, in Wien. Andernfalls drohten "unerwartete und überraschende Konsequenzen".

Die US-Regierung hatte am Freitag beschlossen, den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vorerst nicht mit dem iranischen Atomprogramm zu befassen. Washington stimmte stattdessen für die IAEA-Konferenz einer weniger scharf formulierten Resolution zu, in der der Iran zu mehr Transparenz bei seinem Atomprogramm aufgefordert wird.

Washington wirft Teheran vor, ein geheimes Atomwaffenprogramm zu betreiben. Die USA wollten deshalb eigentlich eine Verletzung des Atomwaffensperrvertrages feststellen lassen. Dies hätte dem Sicherheitsrat berichtet werden können, der dann wiederum mehrere Möglichkeiten hätte, von einer Kritik am Verhalten des Landes bis zur Verhängung von Sanktionen. Der Iran hat den Verdacht, heimlich Atomwaffen zu entwickeln, zurückgewiesen und beteuert, sein Programm diene der friedlichen Nutzung der Kernenergie.

Besorgnis hatten Berichte von IAEA-Inspektoren ausgelöst, wonach in einer iranischen Anlage Spuren hochangereicherten Urans gefunden wurden, wie es für Atombomben gebraucht wird. In einer anderen Anlage seien Versuchsanordnungen entdeckt worden, die nach Ansicht von Experten normalerweise für Atomwaffen genutzt werden, aber nichts mit dem von Iran geltend gemachten Zweck der Stromgewinnung aus Atomkraft zu tun haben. (apa)

7.9.2003 17:46