Blair im Tief: 43 Prozent der Briten fordern Rücktritt
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Für Großbritanniens Premier Tony Blair wird es immer enger: Im Zuge der Kelly-Affäre fallen die Beliebtheitswerte des Regierungschefs in ungeahnte Tiefen, bereits 43 Prozent der Briten fordern Blairs Rücktritt. Dies ergab eine neue Umfrage der "Mail on Sunday". Unter dessen erhebt Ex-Ministerin Clare Short schwere Vorwürfe gegen die Regierung.
Die aus Protest gegen den Irak-Krieg zurückgetretene Ex-Ministerin wirft Blair und Co. vor, den Biowaffenexperten David Kelly in den Selbstmord getrieben zu haben. Die Regierung habe Kelly das Leben zur "Hölle" gemacht, als sie ihn als Quelle für einen BBC-Bericht über aufgebauschte Geheimdienstberichte über Iraks Waffenarsenal enttarnte, sagte Short der Sonntagszeitung "Independent on Sunday".
Im Ungang mit Kelly habe sich die Regierung des "Machtmissbrauchs" schuldig gemacht, befand die Labour-Politikerin. "Der Druck von Downing Street und vom Verteidigungsministerium, die Bedrohung seiner Stellung und seines Jobs, behandelt zu werden wie eine Fliege, das war mehr, als Kelly ertragen konnte."
Die frühere Entwicklungshilfeministerin warf Blair Charakterlosigkeit vor: "Hinter dem lächelnden Auftreten gibt es eine Skrupellosigkeit, die mit mangelndem Respekt für angemessenes Verfahren und der Bereitschaft zum sparsamen Umgang mit der Wahrheit einhergeht." Die Regierung sei von einer "Krankheit" befallen, "die ihre Integrität zerfressen hat". (APA/red)
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