Samstag, 6. September 2003

Hamas-Gründer Yassin bei Raketenangriff verletzt

  • Palästinenser-Organisation droht mit Ermordung Sharons
  • Israel bestätigt gezielten Tötungsversuch gegen den Scheich

Bei einem israelischen Raketenangriff auf ein Haus im Gazastreifen sind am Samstag der Hamas-Gründer Scheich Ahmed Yassin und fünfzehn weitere Personen verletzt worden, wie Augenzeugen berichteten. Die aus Militärhubschraubern abgefeuerten Raketen seien in der Wohnung eines bekannten Hamas-Aktivisten eingeschlagen. Yassin und ein weiteres ranghohes Mitglied der Bewegung, Ismail Hanieh, hätten sich zum Zeitpunkt des Angriffs in dem Haus aufgehalten.

Yassin sei leicht an der Schulter verletzt worden, berichteten Hamas-Vertreter. Der querschnittsgelähmte Mann sei von seinen Leibwächtern aus dem Haus getragen worden. Der geistliche Führer der Hamas ist das bisher ranghöchste Mitglied der Bewegung, das bei einem israelischen Angriff zu Schaden kam. In den vergangenen drei Wochen hat Israel bereits sechs Raketenangriffe gegen Hamas-Mitglieder geflogen und dabei ein Dutzend mutmaßliche Extremisten sowie fünf Passanten getötet.

Mordrohung gegen Sharon
Nach dem israelischen Raketenangriff auf den Hamas-Vertreter hat die extremistische Palästinenser-Organisation damit gedroht, den israelischen Ministerpräsident Ariel Sharon zu töten.

"Wir warnen Sharon, dass unsere Einheiten jetzt seinen Kopf wollen", sagte ein führender Vertreter des militanten Arms der Hamas über Lautsprecher am Krankenhaus von Gaza-Stadt, wo Yassin wegen seiner Verletzung an der Hand behandelt wurde.

Israel bestätigt Tötungsversuch
Die israelische Armee hat bestätigt, dass der geistliche Führer der radikalislamischen Hamas gezielt getötet werden sollte. Die israelischen Sicherheitskräfte seien mit einem Luftangriff auf ein Gebäude, in dem sich Scheich Yassin befunden habe, zur "Aktion" übergegangen, hieß es in einer Erklärung des Militärs am Samstag. In dem Haus habe die Hamas-Führung getagt, um neue "terroristische Attentate" gegen Israelis vorzubereiten. Israel werde seinen "unerbittlichen Krieg" gegen die radikalislamische Organisation fortsetzen. (apa, red)

6.9.2003 19:04