Günter Wallraff: Star-Aufdecker war doch Stasi-Spitzel!
- Journalist war sogar als "A-Quelle" geführt - "schöpfte" andere Personen "ab" - Hinweise auf aktive Tätigkeit von 1968 bis 1971

Der deutsche Schriftsteller und Journalist Günter Wallraff war doch von der DDR-Staatssicherheit mehrere Jahre lang als inoffizieller Mitarbeiter erfasst. Wallraff wurde in der so genannten "Rosenholz-Datei" als "IM Wagner" geführt, sagte die Bundesbeauftragte für Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler.
Aus den "Rosenholz-Dateien" ergibt sich der Birthler-Behörde zufolge, dass Wallraff ab 1967 für die "Abteilung X" der HVA erfasst gewesen sei. Er werde dort ab 1968 als IM "Wagner" ausgewiesen. Hinweise auf eine aktive Tätigkeit lägen für den Zeitraum 1968 bis 1971 vor.
Birthler bestätigte damit frühere Berichte über eine Tätigkeit Wallraffs für die Staatssicherheit der DDR.
"A-Quelle", "Vertraulichkeit 2"
In der "Rosenholz-Datei" wird Wallraff als "A-Quelle" bezeichnet. Das bedeutet, dass er andere Personen "abschöpfte". Mit Hilfe der "Rosenholz-Daten" konnten jetzt auch Daten des Stasi-Informationsauswertungssystems (SIRA) Wallraff zugeordnet werden.
Nach der neuen Aktenlage berichtete Wallraff unter anderem über die Bayer AG Leverkusen und über Forschungsarbeiten westdeutscher Wissenschafter. Seine Informationen wurden auch an die Sowjetunion weitergeleitet. Sie wurden mit "Vertraulichkeit 2" behandelt, was als sehr hohe Einstufung gilt.
Schreibfehler
Ein falsche Jahreszahl, die sich bei der Erstellung der von der CIA in Auftrag gegebenen Recherchedatenbank eingeschlichen hatte (485/63 statt 485/68) und ein "R", das ein Stasi-Mitarbeiter anstelle eines Schrägstriches in einer Codierung verwendete, verhinderten bisher die Zuordnung Wallraffs zu bestimmten Berichten, erklärte ein Behördensprecher. (apa, red)
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