Mittwoch, 3. September 2003

Kelly nahm Überdosis Schmerztabletten ein

  • Aber: Tod des Waffenexperten durch großen Blutverlust
  • PLUS: Alle Infos zur Ermittlung in der Kelly-Affäre (Kasten)

Der britische Waffenexperte David Kelly hat sich nach Angaben eines Toxikologen offenbar sowohl die Pulsadern aufgeschnitten als auch eine Überdosis Schmerzmittel eingenommen. Kelly habe etwa 30 Tabletten des Medikaments Coproxamol geschluckt, was dem Zehnfachen der empfohlenen Dosis entspreche, sagte der Experte Allan am Mittwoch vor der Untersuchungskommission zum Tod des 59-Jährigen.

Kellys Tod habe das Schmerzmittel jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach nicht herbeigeführt. Ein Pathologe hatte bereits zuvor ausgesagt, dass Kelly an Blutverlust infolge einer aufgeschnittenen Pulsader am linken Handgelenk starb.

Der stellvertretende Polizeipräsident von Thames Valley, Page, erklärte am Mittwoch, er sei sicher, dass Kelly Selbstmord begangen und es keine anderen Tatbeteiligten gegeben habe. Zu diesem Schluss war am Dienstag auch ein Psychiater gekommen, der erklärte, Kelly habe sich das Leben genommen, da er angenommen habe, andere hätten das Vertrauen in ihn verloren.

Kelly war am 10. Juli als Quelle eines BBC-Berichts zu irakischen Massenvernichtungswaffen identifiziert worden. Am 15. Juli musste er vor einem Parlamentsausschuss aussagen. Drei Tage später wurde der Waffenexperte tot aufgefunden. (APA/red)

3.9.2003 15:30