Mittwoch, 3. September 2003

Schüsse auf britische Botschaft in Teheran

  • Niemand verletzt, Botschaft wurde geschlossen

Auf die britische Botschaft in der iranischen Hauptstadt Teheran sind nach Informationen des Senders BBC am Mittwoch mehrere Schüsse abgegeben worden. Die Botschaft sei geschlossen worden, berichtete der britische Sender unter Berufung auf die diplomatische Vertretung im Iran. Es seien fünf Schüsse abgeben worden. Niemand sei verletzt worden, hieß es.

Der Angriff auf die britische Botschaft in Teheran ist nur Stunden nach der Zurückbeorderung des iranischen Botschafters aus Großbritannien erfolgt. Dies wurde von der iranischen Führung bestätigt.

Hintergrund ist offenbar der Streit zwischen Teheran und London um den früheren iranischen Botschafter in Argentinien, Hadi Soleimanpur, der trotz eines Kautionsangebots der iranischen Regierung weiter in Auslieferungshaft in Großbritannien sitzt.

Dem 47-Jährigen wird vorgeworfen, an der Planung und Ausführung des verheerenden Bombenanschlag auf ein jüdisches Kulturzentrum in Buenos Aires im Jahr 1994 beteiligt gewesen zu sein. Dabei waren 85 Menschen getötet und etwa 200 verletzt worden.

Die iranische Regierung hatte gegen die Festnahme scharf protestiert und Buenos Aires vorgeworfen, die Anschuldigungen gegen Soleimanpur seien "politisch motiviert". Soleimanpur war auf Ersuchen der argentinischen Behörden am 21. August in der nordenglischen Universitätsstadt Durham festgenommen worden, wo er wissenschaftlich tätig war.

(apa)

3.9.2003 10:30