Mittwoch, 3. September 2003

Rund 100 Todesurteile in drei US-Staaten aufgehoben

  • Rechtswidrig: Urteile von Richtern, nicht von Geschworenen gefällt

Ein Berufungsgericht in San Francisco hat am Dienstag etwa 100 Todesurteile in den US-Bundesstaaten Arizona, Idaho und Montana aufgehoben. Die Urteile waren von einem Richter und nicht von Geschworenen ausgesprochen worden, was der Oberste Gerichtshof der USA bereits 2002 für rechtswidrig erklärt hatte.

Das 9. Berufungsgericht der USA in San Francisco entschied nun mit acht gegen drei Stimmen, dass alle von einem Richter ausgesprochenen Todesurteile in lebenslange Haftstrafen umzuwandeln seien. Auch in Nebraska und Colorado wurden früher Todesurteile von einem Richter verhängt.

Für diese Staaten sind jedoch andere Berufungsgerichte zuständig; deren Entscheidung steht noch aus. Nach dem Spruch des Gerichts in San Francisco wurde erwartet, dass die Justiz der betroffenen Staaten Berufung einlegen und sich an den Obersten Gerichtshof als letzte Instanz wenden wird.

(apa/red)

3.9.2003 09:10