Dienstag, 2. September 2003

Papst zelebriert Messe in ostslowakischer Stadt Roznava

  • Johannes Paul II. wendet sich an Ungarn in der Slowakei
  • PLUS: Bilder vom Slowakei-Besuch & Biographie

Papst Johannes Paul II. hat am Samstag, dem dritten Tag seiner Slowakeireise, eine Messe in der Stadt Roznava im Osten des Landes zelebriert. Zehntausende Menschen kamen zu dem Gottesdienst unter freien Himmel, darunter Gläubige aus Polen und Ungarn. Nachdem der Pontifex in den letzten Tagen Uextrem schwach gewirkt hat, verlautet von Mitarbeitern aus dem Vatikan, die aktuelle könnte die tatsächlich letzte Reise des Papstes sein.

Am dritten Tag seines Besuchs in der Slowakei hat sich Papst Johannes Paul II. vor hunderttausend Gläubigen an die ungarische Minderheit im Osten des Landes gewandt. In einer Messe unter freiem Himmel in Roznava begrüßte er die Teilnehmer zur Begeisterung der anwesenden Ungarn mit einigen Worten auf Ungarisch. Das kranke Kirchenoberhaupt war sichtlich erschöpft nach der zweistündigen Anreise mit Flugzeug und Auto aus der 400 Kilometer entfernten Hauptstadt Preßburg. Roznava (ungarisch: Rozsnyo) ist eine Hochburg der Ungarn, die in der Slowakei etwa zehn Prozent der Bevölkerung ausmachen. An der Messe nahmen auch zahlreiche Gläubige aus der polnischen Heimat des Papstes teil.

Während der Messe überreichten zwei dreijährige Schwestern, die als siamesische Zwillinge geboren und im Alter von zwei Monaten erfolgreich getrennt worden waren, dem Papst einige Puppen in der regionalen Tracht. Die katholische Kirche in der Slowakei wollte die Geste als Signal gegen die Abtreibung verstanden wissen. "Die beiden siamesischen Schwestern sollen zeigen, dass ihre Mutter zwei hübsche, gesunde Kinder getötet hätte, wenn sie abgetrieben hätte", sagte der Bischof von Roznova, Eduard Kojnok.

Die Mutter der Mädchen zeigte sich überrascht: "Katholische Priester hatten mir gesagt, sie wollten unsere Töchter dem Papst zeigen. Von Abtreibung haben sie nicht geredet", sagte Melita Tothova der Nachrichtenagentur AFP. Nach einer Messe in Bratislava wollte der Papst am Sonntag in den Vatikan zurückkehren.

Mitarbeiter befürchten: Dies ist Johannes Pauls letzte Reise
Der Papst war nach seiner Anreise am Donnerstag so geschwächt gewesen, dass Mitarbeiter des Vatikans bereits befürchteten, seine 102. Auslandsreise könnte auch seine letzte sein. Er konnte selbst kurze Reden nicht mehr zu Ende halten. Der Papst leidet an der Parkinson-Krankheit und kann kaum noch deutlich sprechen. Johannes Paul II. hält sich insgesamt vier Tage in dem ehemaligen kommunistischen Land auf, das er bereits zum dritten Mal besucht. (APA/red)

2.9.2003 16:13