Dienstag, 2. September 2003

Verwirrung in Nahost: Bleibt Abbas doch Premier?

  • Neuerliche Regierungsübernahme wird nicht ausgeschlossen
  • Als einzige Alternative gilt Parlamentspräsident Ahmed Korei

Der palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas (Abu Mazen) hat am Sonntag seinen Rücktritt als "endgültig" bezeichnet. Er vermied es jedoch, eine spätere neuerliche Regierungsübernahme kategorisch auszuschließen. Darüber zu sprechen, sei derzeit "sehr verfrüht", meinte Abbas nach einer Krisensitzung des Fatah-Zentralkomitees vor Journalisten in Ramallah.

Spekulationen, er könnte seine Rücktrittsentscheidung noch überdenken, wies er zurück. Auf die Frage, ob er den Posten zu einem späteren Zeitpunkt wieder bekleiden könnte, antwortete er: "Es ist sehr verfrüht, darüber zu reden. Mein Rücktritt ist endgültig".

Einen Tag nach dem Rücktritt von Abbas ist Parlamentspräsident Ahmed Korei (Abu Ala) die einzige Alternative für das Amt des Premiers. Der 68-jährige Korei war neben Abbas der Hauptunterhändler bei den geheimen Verhandlungen der Palästinensischen Befreiungsorganisation mit Vertretern Israels in Norwegen.

Der künftige palästinensische Ministerpräsident muss nach den Worten von US-Außenminister Powell die Kontrolle über die Sicherheitskräfte haben, um gegen extremistische Gruppen vorgehen zu können. Powell sagte am Sonntag dem TV-Sender ABC: "Wer immer Chef der palästinensischen Regierung wird, muss alle Sicherheitskräfte unter seiner Kontrolle haben und über ein solides politisches Mandat des palästinensischen Parlaments verfügen, um gegen diese terroristischen Organisationen vorzugehen". (apa)

2.9.2003 09:45