Dienstag, 2. September 2003

Indonesien: Islamist Bashir zu 4 Jahren Haft verurteilt

  • Wegen Beteiligung an Landesverrat - Für Gericht hatte moslemischer Kleriker aber keine führende Position

Ein indonesisches Gericht hat am Dienstag den moslemischen Kleriker Abu Bakar Bashir wegen Beteiligung am Landesverrat zu vier Jahren Haft verurteilt. Die Richter sahen es aber nicht als erwiesen an, dass Bashir an führender Position beim Landesverrat beteiligt war und ein Anführer der Extremisten-Gruppe Jemaah Islamiah ist.

"Obwohl der Landesverrat bewiesen wurde, gab es nicht genug Beweise dafür, dass Abu Bakar Bashir ein Anführer bei dem Versuch war, die rechtmäßige Regierung zu stürzen", sagte Richter Muhammad Saleh in Jakarta. Die indonesische Staatsanwaltschaft hatte 15 Jahre Haft wegen Landesverrats für Bashir gefordert. Die radikale Jemaah Islamiah wird auch für die Bombenanschläge auf Bali vom vergangenen Jahr verantwortlich gemacht.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hat Bashir zwischen 1993 und 2001 versucht, mit seiner Organisation die indonesische Regierung zu stürzen. Außerdem habe er im Jahr 2000 Anschläge auf Kirchen gebilligt, bei denen 19 Menschen getötet wurden. Bashir sei auch für einen Plan zur Ermordung der damaligen Vize-Präsidentin und heutigen Staatschefin Megawati Sukarnoputri verantwortlich.

Bashir hat die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, die Gruppe gebe es gar nicht. Jemaah Islamiah gilt als Teil der El-Kaida-Organisation des Moslem-Extremisten Osama bin Laden. (apa, red)

2.9.2003 09:13