Dienstag, 2. September 2003

Hunderttausende bei Beisetzung von Schiitenführer Hakim

  • Pulverfass Irak: Wieder Bombe, diesmal Anschlag auf Polizeistation
  • Hubschrauber-Crash: US-Soldat getötet

Unter Anteilnahme von hunderttausenden Gläubigen ist der Schiiten-Führer Mohammed Bakr el Hakim am Dienstag in der südirakischen Stadt Najaf beigesetzt worden. Der bei einem Bombenanschlag in Najaf getötete Ayatollah wurde am Nachmittag auf einem Platz im Herzen der für Schiiten heiligen Stadt begraben, wo er eine Moschee hatte bauen lassen wollen. Indessen kam es wieder zu einem Attentat! Diesmal ging auf dem Gelände einer Polizeistation in Bagdad eine Bombe hoch, eine noch unbekannte Anzahl von Menschen wurde verletzt.

Zwei Lastwagen und mehrere Container waren um das Grab herum aufgestellt, um die Stätte vor dem Ansturm der Massen zu schützen. Der Trauerzug wurde von hunderten Sicherheitskräften gesichert, die mögliche neue Anschläge verhindern sollten. Hakim war am Freitag bei einem Attentat vor der Imam-Ali-Moschee in Najaf getötet worden, mehr als 80 weitere Menschen kamen dabei ums Leben.

Ein Bombenanschlag auf eine Polizeischule in Bagdad hat indessen am Dienstag ein Todesopfer gefordert. Bei der Detonation der Autobombe auf einem Parkplatz hätten zudem mindestens sieben Menschen Verletzungen erlitten, berichtete der arabische Fernsehsender Al Jazeera.

Weil der Parkplatz durch eine massive Mauer abgetrennt sei, habe die heftige Explosion am Gebäude selbst nur geringen Schaden angerichtet, berichtete der US-Sender CNN unter Berufung auf einen irakischen Polizeioffizier. Es habe bereits mehrmals Morddrohungen gegen Iraker gegeben, die mit den US-Truppen zusammenarbeiten.

Ein Polizeisprecher sagte, der Anschlag habe wahrscheinlich dem von den USA ernannten Polizeichef in Bagdad, Hassan Ali, gegolten. Alis Büro sei beschädigt worden, der Polizeichef habe sich aber nicht in dem Gebäude aufgehalten. Wie Al Jazeera berichtete, war an dem Anschlagsort eine Abschlussfeier für 250 Polizeischüler geplant.

Hubschrauber-Crash
Bei einem Hubschrauberabsturz nahe Bagdad ist ebenfalls ein US-Soldat getötet worden. Ein weiterer Soldat der 1. Panzerdivision sei bei dem Unglück in der Nacht zum Dienstag verletzt worden, teilte die US-Armee am Dienstag mit. Der Absturz bei Camp Dogwood, rund eine Stunde Fahrt von Bagdad entfernt, sei nicht auf einen "feindlichen" Angriff zurückzuführen. Nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. (apa, red)

2.9.2003 08:33