Dienstag, 2. September 2003

Luxushotels in Flammen! 40 Österreicher in Kenia gerettet

  • Soldaten, die an Anti-Terror-Übung teilnahmen, entdeckten Feuer
  • Insgesamt 650 Urlauber geflüchtet, keine Toten

War es ein Anschlag? Flammen in vier Luxushotels in der Nähe von Mombasa in Kenia! Zufällig entdeckten Soldaten, die am Strand an einer Anti-Terror-Übung teilnahmen, das Feuer. Etwa 650 Urlauber wurden aus ihren Hotels in Sicherheit gebracht - unter ihnen 40 Österreicher! Sie flohen aus den Zimmern, ließen alles zurück - Flugtickets, Kreditkarten, Kleider. Die gute Nachricht: Laut einem Angehörigen gibt es weder Verletzte noch Tote.

"Montag kurz nach 21 Uhr kam der Anruf, dass es ihnen gut geht, aber sie haben alles in den Zimmer gelassen," erzählte ein Angehöriger österreichischer Touristen im Ö3-Interview: "Es sind 4 Hotels, die U-förmig Richtung Meer gebaut sind. Das Feuer brach im Nachbarhotel aus, griff auf die anderen Komplexe über." Wann und wie die Österreicher nach Hause kommen, war vorerst nicht bekannt.

650 Touristen - darunter auch etwa 30 bis 40 Österreicher - sind nach einem mehrstündigen Großbrand aus vier Hotels in Kenia in Sicherheit gebracht worden. Die Ursache des Feuers, das am Montagabend von einem Hotel im Norden der Hafenstadt Mombasa auf drei weitere Komplexe übergriff, war zunächst unklar, wie Polizeichef John Aloo am Dienstag erklärte. Verletzt wurde nach Angaben von Hoteldirektor Kai Wulff niemand. Brandstiftung schloss Wulff als Ursache zunächst aus. Die Schäden dürften geringer als zunächst befürchtet sein.

Den Angaben zufolge brach das Feuer gegen 19.20 Uhr (Ortszeit) im Shanzu Resort aus, zu dem vier Hotels der Kette "African Safari Club"gehören. Zunächst hatte es geheißen, rund 100 Österreicher hätten sich in der Anlage befunden. Brigitta Pansy-Kunesch, Geschäftsführerin der in Salzburg stationierten African Safari Club Reisebüro GmbH - die österreichische Dependance des Tourismus-Unternehmens -, stellte später klar, dass es sich dabei um die Gesamtzahl der in Kenia aufhältigen Österreicher handelt. Im Shanzu Resort dürften demnach etwa 30 bis 40 Bürger der Alpenrepublik gewohnt haben.

Viele der 650 europäischen Touristen hätten gerade zu Abend gegessen oder sich am Pool aufgehalten, sagte Wulff. Die Hotelgäste stammten neben Österreich aus Deutschland, der Schweiz, Großbritannien und Frankreich. Sie wurden Wulff und Pansy-Kunesch zufolge vorerst in anderen Hotels der Kette untergebracht.

Pansy-Kunesch sagte am Nachmittag zur APA, die Schäden seien weniger schlimm als befürchtet. Die Zimmer seien dank der Betondecken weitgehend intakt, lediglich die Dächer seien zerstört. Verwüstet sind demnach die Speisesäle, nahezu unversehrt blieb hingegen ein A-la-carte-Restaurant.

Eine Truppe der kenianischen Marine sei beim Löschen des fünfstündigen Brandes im Einsatz gewesen, erklärte Polizeichef Aloo. Bei der Evakuierung der Gäste hätten 20 wegen einer Übung in Mombasa stationierte deutsche Marinesoldaten geholfen. Der Brand, der offenbar zwischen zwei der Hotels ausbrach, konnte sich Wulff zufolge wegen starker Windböen über die trockenen strohgedeckten Dächer schnell weiter ausbreiten und habe so alle vier Hotels - Shanzu Beach, Paradise Beach, Coral Beach und Palm Beach - erfasst. Korvettenkapitän Marc Höhner bestätigte im ZDF-Morgenmagazin, dass Feldjäger der Bundeswehr das Feuer entdeckt und der kenianischen Polizei gemeldet hätten.

Der Hotelbetrieb werde wie gewohnt weitergehen, betonte Wulff. Die im September erwarteten 4.000 Touristen sollten in anderen Hotels der Kette untergebracht werden, zudem werde der "African Safari Club" Zimmer in weiteren Hotels anmieten. Kenia könne sich keinen erneuten Rückgang in der Tourismusindustrie leisten, sagte Wulff.

Bei einem Bombenanschlag auf ein Hotel in Mombasa kamen im November vergangenen Jahres mindestens zehn Kenianer und drei israelische Touristen ums Leben. Mombasa stand im Mittelpunkt von Terrorismus-Ermittlungen kenianischer, israelischer und amerikanischer Behörden. Gegen fünf Kenianer wurde Anklage wegen Mordes im Zusammenhang mit dem Anschlag erhoben. Die USA und Großbritannien gaben im Mai eine Reisewarnung für Kenia heraus. Die Fluggesellschaft British Airways setzte zeitweilig ihre Flüge nach Kenia wegen Terrorgefahr aus. (apa)

2.9.2003 08:22