Kurdische Rebellen kündigen Waffenstillstand auf
- Inhaftierter kurdischer Rebellenführer warnt vor neuem Krieg
Kurdische Rebellen im Südosten der Türkei haben ihren einseitig ausgerufenen Waffenstillstand nach vier Jahren aufgekündigt. Allerdings betonten sie, dass sie keine neuen Auseinandersetzungen, sondern Friedensverhandlungen mit der Regierung in Ankara wünschten. In der Provinzhauptstadt Diyarbakir demonstrierten am Montag mehr als 10.000 Kurden für Frieden.
Die in Deutschland erscheinende kurdische Zeitung "Özgür Politika" zitierte am Montag den inhaftierten Chef der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, mit der Warnung, dass er seine Anhänger nicht länger zur Aufrechterhaltung der Waffenruhe aufrufen werde. Er habe seinerzeit eine friedliche und demokratische Lösung des Konflikts angestrebt, doch habe die Regierung nicht auf dieses Angebot reagiert. "Wer unbedingt Krieg haben will, soll wissen, dass wir dann an demselben Punkt anlangen werden", wurde Öcalan weiter zitiert. Die Regierung in Ankara hat Verhandlungen bisher abgelehnt.
Unterdessen wurden bei einem Feuergefecht in der Stadt Silvan ein Polizist getötet und zwei weitere verwundet. Auch einer der Täter wurde erschossen. Die Behörden machten kurdische Separatisten für den Zwischenfall verantwortlich.
Die rund zwölf Millionen in der Türkei lebenden Kurden sind nicht als offizielle Minderheit anerkannt. Auf Bestreben der Europäischen Union, der die Türkei beitreten möchte, sind inzwischen Rundfunksendungen auf Kurdisch sowie kurdische Sprachkurse zugelassen. Viele Kurden beklagen jedoch eine zögerliche Umsetzung. Bis zum Waffenstillstand von 1999 wurde im türkischen Kurdengebiet 15 Jahre lang gekämpft, was rund 37.000 Menschen das Leben kostete. (apa)
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