Sonntag, 7. September 2003

Haider nennt Saddam-Dolmetsch "Verrückten"

  • Saddams Geld: Große Summen in Kärnten gebunkert?
  • Zahlungen an "das Umfeld der extremen Rechten" möglich

Nicht näher einlassen wollte sich der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) am Montag auf Behauptungen des früheren Dolmetsch des irakischen Ex-Diktators Saddam Hussein, Saadoon Al Zubaydi, wonach es Geldflüsse von Bagdad an "das Umfeld der extremen Rechten" in Kärnten gegeben hätte. "Wenn irgendein Verrückter sich zu Wort meldet, brauche ich keine Stellungnahme abzugeben", sagte Haider vor Journalisten in Klagenfurt.

Der Korrespondent der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" im Irak, Lorenzo Cremonesi, hat den früheren Dolmetsch des irakischen Ex-Diktators 15 Stunden lang interviewt. "Al Zubaydi ist fest davon überzeugt, dass enorme Geldsummen nach Kärnten geflossen sind. Seiner Ansicht nach wurden die Summen für den Fall der Flucht hochrangiger Vertreter des irakischen Regimes ins Ausland angesammelt", sagte Cremonesi im Gespräch mit der APA. Dokumente als Beweis für den angeblichen Geldfluss nach Österreich habe Al Zuabydi aber nicht, berichtete der italienische Journalist.

Haider wies dazu am Rande einer Pressekonferenz lediglich darauf hin, dass in Kärnten sowohl die Parteien als auch die Mandatare und Regierungsmitglieder jährlich zur Offenlegung ihrer Einkommen und Vermögensverhältnisse verpflichtet seien. (APA/red)

7.9.2003 13:42