Rundfunk-Komponist Karl Grell verstorben
Der Komponist Karl Grell ist verstorben. Dies wurde der APA in der Nacht auf Sonntag aus Familienkreisen mitgeteilt. Einen Tag nach seinem 78. Geburtstag erlag der Gründer des Wiener Solistenorchesters einem langem, schweren Leiden.
Der am 5. September 1925 in Wien geborene Grell studierte in seiner Geburtsstadt Violine, Klarinette, Theorie und Musikwissenschaft sowie Dirigieren (bei Kurt Wöss) und Komposition (bei Hugo Zelzer). Erste Erfahrungen beim Rundfunk sammelte er ab 1950 als Arrangeur der Sender Rot-Weiß-Rot und Radio Wien. Von 1971 bis 1986 leitete Grell die Abteilung Unterhaltungs- und Volksmusik von Radio Wien.
1991 gründete Grell, der auch Vorlesungen über die Geschichte der Unterhaltungsmusik hielt, das Vienna Conservatory Orchestra (VCO), und machte sich in den letzten Jahren auch als Herausgeber der ORF-CD-Reihe "Radio Nostalgie" verdient. Außerdem schrieb er zahlreiche Werke der Tanz- und Unterhaltungsmusik sowie Musik zu diversen Rundfunksendungen wie Hörspielen oder Fernsehmärchen.
Als Gastdirigent beim bayerischen und belgischen Rundfunk, beim Rias Berlin und über 20 Jahre beim jugoslawischen RTV-Orchester Novi Sad sorgte er auch international für Furore.
Grell erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Berufstitel Professor, die Goldenen und Silbernen Ehrenzeichen der Stadt Wien, das österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst und das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. (APA/red)
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