Freitag, 5. September 2003

Horror in Lainz: Die schockierende Liste der Missstände

  • Inspektion am 23. Juli beförderte Unglaubliches zu Tage

Das sind die unglaublichen Missstände, die im Wiener Geriatriezentrum in Lainz aufgedeckt wurden - die Inspektion fand am 23. Juli statt. Der Bericht war eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt! Trotzdem sickerten mehr als einen Monat nach der Prüfung Details durch

  • Patienten mussten ab 15 Uhr strikte Bettruhe einhalten. Zitat aus dem Bericht: "Die Oberschwester meinte, dass es aufgrund des Personalmangels teilweise nicht vermeidbar sei, die Patienten frühnachmittags ins Bett zu bringen."

  • Auch Gesunde mussten Windelhosen tragen, damit sich das Pflegepersonal die Patienten nicht zur Toilette bringen musste.

  • Senioren wurden oft bis zu vier Stunden lang nicht in ihren Betten nicht umgelagert, lagen sich so wund.

  • Selbst gesunde Heimbewohner wären vom Personal gezwungen worden, Inkontinenzhosen (Windeln) zu benutzen. So müssten sie nicht von Pflegern zur Toilette gebracht werden...

  • Bei den Patienten werde kaum ihre Nierenfunktion beobachtet, auch bei Senioren mit Dauerkatheter "nur stichprobenartig" (Zitat).

  • Die Heimbewohner "werden, wenn überhaupt, alle vier Stunden umgelagert "(Zitat) - was zwangsläufig ein Wundliegen verursacht.

  • Pflegeberichte werden "teilweise mit Intervallen von bis zu drei Wochen nur sporadisch geführt" (Zitat). Und es gibt keine Wunddokumentationsblätter.

  • Ärztliche Diagnosen sind ohne Datum, Berichte über den Verlauf von Krankheiten wären "unübersichtlich und selten, mit Intervallen bis zu mehreren Monaten" (Zitat).

    Die "Kronen Zeitung" berichtet weiter: In einem 7-Bett-Zimmer, das laut dem Kontrollteam "optisch und olfaktorisch (d.h. den Riechnerv betreffend, Anm.) keinen guten Eindruck machte", sah die Kommission dann eine 87-jährige Patientin, die "sich halb liegend auf einem Rollstuhl vor dem Esstisch befand" (Zitat). Wie in der Pflegedokumentation nachzulesen war, hatten die Mitarbeiter des Geriatriezentrums diese Frau seit dem 13. Juni 2003, also seit fünfeinhalb Wochen, nicht mehr gebadet. Die Beamten notierten: "Zum Zeitpunkt der Überprüfung war die Patientin in einem bedauernswerten Zustand." (apa/ red)

    5.9.2003 14:05